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für Gerechtigkeit und Grossherzigkeit in dem Gefühl treffen, mit demsie die Masse der Nation betrachten. Und wenn eine grössere Kennt--niss des Volkes vorhanden wäre, gäbe es ohne Zweifel mehr Sym-pathie mit demselben; und ich glaube, dass die Gesetzgebung desHauses mehr in Uebereinstimmung mit den allgemeinen Gefühlenund in jeder Beziehung weiser und besser sein würde. Die Nationwürde geändert. Es gäbe unter uns ein grösseres Wachsthum vonAllem, was gut ist.
Darf ich fragen ob irgend welche Diener der Religion untermeinen Zuhörern sind? Ich habe oft gedacht, dass ich gern eineZuhörerschaft von vier oder fünftausend von ihnen haben möchte,
. denen ich eine politische Predigt predigen könnte und denen ich Einigessagen könnte, was ihre theologischen Schulen, wie ich fürchte, unter-lassen haben ihnen zu lehren. Ein hervorragender Mann eures Lan-des der verstorbene Dr. Chalmers äusserte, als er über die Freihandels-frage und insbesondere über den Kampf für Abschaffung der Korn-gesetze sprach, einige erinnernswerthe V T orte. Er sagte, er denke«dass Nichts so sehr geeignet sein würde das Leben derbritischen Gesellschaft zu versüssen, als die Abschaffung der Korn-gesetze. Ich glaube jetzt, dass Nichts so sehr geeignet seinwürde, das Leben der britischen Gesellschaft zu versüssen als dieZulassung einer grossen Anzahl der Arbeiterklassen zum Bürgerrechtund zur Ausübung des Wahlrechts. Sollten nun meine Worte dieOhren und das Herz irgend eines Mannes erreichen, der Interessenimmt an der Förderung der Religion dieses Landes, so bitte ichihn zu erwägen, ob nicht grosse politische Hindernisse der Ausbrei-tung der Civilisation und Moral und Religion innerhalb der Grenzendes Vereinigten Königreiches im Wege stehen. Wir glauben —diese Diener der Religion, ihr und ich — wir glauben an einenhöchsten Lenker der Welt. Wir glauben an seine Allmacht; wirglauben und vertrauen demüthig seiner Gnade. Wir wissen, dassdas stärkste Argument, welches gegen diesen Glauben von denen,die ihn verwerfen, gebraucht wird, ein Argument ist, welches her-geleitet ist aus dem Elend und aus der Hültlosigkeit und der Fin-sterniss so vieler Angehöriger unsrer Race selbst in Ländern, die sichcivilisirt und christlich nennen. Ist nicht dies eine Thatsache? Wennich aber glaubte, dass dieses Elend und diese Hülflosigkeit unddiese Finsterniss nicht angegriffen und umgewandelt werden könn-ten, würde ich selbst genöthigt werden, die beinahe überwältigendeWucht dieses Arguments anzuerkennen; allein ich bin überzeugtdass gerechte Gesetze und eine aufgeklärte Anwendung derselbendas Antlitz dieses Landes verändern würden. Ich glaube, dass Un-wissenheit und Leiden in unberechenbarem Maase gemindert wer-den könnten, und dass manches Eden, schwellend in Blumen undreich in Früchten hervorgerufen werden könnte in der wüsten Wild-niss, die sich vor uns ausbreitet. Allein keine' Klasse kann dies