Druckschrift 
Geschichte des deutschen Buchhandels vom Beginn der klassischen Litteraturperiode bis zum Beginn der Fremdherrschaft / Johann Goldfriedrich
Entstehung
Seite
27
Einzelbild herunterladen
 

Swtutenändcrung. TrnttncrscheNachricht"

^7

cincn deutschen Buchhändlcrvcrcin nach Ncichschen Grundsätzen gab. Dergenossenschaftliche Nachdruck sank zum Privatrepressivmittel der Preis-herabsetzung herab. Die Gesellschaft nahm seitdem diejenige Stellung ein,welche ihr der Natur der Verhältnisse nach einzig und allein zukommenkonnte: die, Reichs Neformgcdanken, so weit er sie mit Namen und Geisteiner allgemeinen Buchhandclsgesellschaft verschmelzen konnte, der kur-sächsischcn Regierung gegenüber einen brcitern Untergrund zu geben.

Trattner aber spielte auch zu dieser neuen Leipziger Melodie dieobligate Wiener Begleitung. Während Reich die Notwendigkeit einsehenlernte, daß er sich mit den gesetzlichen Mitteln begnügen müsse, wegenderen offenkundiger Unzulänglichkeit er den Schritt von Jubilntc 1765unternommen hatte, beschenkte Trattncr (von nebenbei erfolgten Nach-drucken zu geschweige») die Welt mit einer neuenNachricht", die Fort-setzung der Herausgabe der besten deutschen Schriftsteller betreffendauf wiederholtes Verlangen 'des Publikums (September 1765). Diemeistenin die deutsche Litteratur einschlagende" Schriften, sagt dieNachricht, kommen in der Schweiz , Ober- und Nicdersachsen oder demRömischen Reiche zum Vorschein. Aber sie sind ungleich in Papierund Format, so daß sie nicht zu einer Bibliothek gesammelt werdenkönnen, und sie sind zu teuer, so daß der glückliche Fortgang der schönenWissenschaften in Deutschland gehemmt wird. Der Grund liegt in denPrivilegien, kraft deren die Verleger eine Art von Monopol ausüben.Dieser willkührlichcn Bedrückung, mit dem sonst jährlichen beträchtlichenAusflusse des Geldes vorzubeugen, zugleich auch Verbreitung des ge-läuterten Geschmackes, und der schönen Wissenschaften, nach seinen Kräftenbeyzutrageu, erbiethct sich er von Trattncrn aus patriotischem Eifer denVerlag aller Arten Bücher, derjenigen besonders, die zum Geschmackcund zum Wiz gehören, unter dem kräftigsten Allerhöchsten Beystcmdfortzusezen." Das Unternehmen war vom Publikum so gut aufgenommenworden, daß Trattner es nun erst ganz auszubauen und auszugestaltenbegann. Das Groß-Duodez wurde in ein noch bequemeres Mcdian-Duodez verwandelt; gutes Papier, reine und nette Schriften, artigeVignetten, genaue Korrektur wurden versprochen. Um jede Übervor-teilung des Käufers zu verhindern, wird der Preis auch auf dem Titel-blatt des Buchs selbst aufgedruckt,klar und mit ausgesetzten Ziffern."Die Schriften von Gcllcrt, Gcßner, Hagedorn, Haller, Kleist, Klopstock,