28 1. Kapitel: Beginn des Nachdruckszeitalters u, die Reichschen Reformbcstrcbungen.
Rabcncr, Zachariä konnte man auch gebunden haben: Stück sür Stücksieben Kreuzer, in Franzband siebzehn. Aller halben Jahre soll einNachtrag zu dem Verzeichnis der fertigen Schriften erscheinen.
In derselben Michaclismeßvcrsammlung wurde gegen vier Buch-händler die Beschränkung des Verkehrs auf Barbezug ohne Rabatt be-schlossen: Trattner, Pauli, Hechtet in Magdeburg und dessen bescheidener»Bruder in Goslar .
An Trattner und Pauli hatte sich Reich sofort nach der Konsti-tuierung mit einer Einladung zum Rcitritt gewandt. Trattners Antwortwar nicht ausgeblieben, nur daß sie nicht an den Sekretär der „Ncu-crrichtctcn Buchhandlungsgcsellschaft" — sondern an den K. K. (5ommercial-Couscß gerichtet war. Weil er seine auf K. K. Befehl zum Wohle derösterreichischen Lande veranstalteten Nachdrucke auf der Leipziger Messe habe austeilen lassen, erklärt die Eingabe/ hätten die sächsischen Buch-händler eine Verschwörung gegen ihn angezettelt. Wider alles Recht:erstens seien die Herzöge von Österreich in Sachen der litterarischen undreligiösen Freiheit dem Römischen Kaiser nicht unterworfen, zweitens habeer die Schriften für Oesterreich und dortige Dcpcndenz aufgelegt und zumVerkaufe angetragen. Er beantragte zu seinem Schutze ein Einfuhrverbotnichtöstcrreichischcr Ausgaben, wie es in Frankreich vorhanden war:Walther in Dresden allein ziehe jährlich über 40000 sl. außer Landes.Zugleich schickte Trattner an seinen Leipziger Kommissionär Hilschcr —Mitglied der Buchhaudlungsgcscllschaft — mehrere Ballen mit Nach-drucken zur Weiterbeförderung. Nicht weniger als vier der Adressatenwaren Soeictätsmitglieder. Hilscher meldete den Eingang der SendungReich, und dieser beantragte bei der BUcherlommission Beschlagnahme,mit dem Beisätze: alsdann serner zu verfügen, was die „Privilegien undden Sächßischen Buchhandel überhaupt aufrecht erhalten" könne, undblies zugleich, um seinen eigenen Ausdruck zu gebrauchen, bei demMiuistcrio Lärm.
Die Beschlagnahme erfolgte noch am 12. September, demselbenTage, an dem das Gesuch darum eingereicht worden war. Ihre Auf-rcchtcrhaltuug war für Reich von der äußersten Wichtigkeit. Die Societäthatte keine Bedeutung; schon auf und bald nach der Michaelismcsse1765 traten nur sechs Buchhandlungen bei: auf der Messe Augustin