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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Beginn der klassischen Litteraturperiode bis zum Beginn der Fremdherrschaft / Johann Goldfriedrich
Entstehung
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Trattner und die Buchhandelsgcsellschaft. Transit. Societätssitzungen, Zg

Bcrnardi (Wien ), Joh. Benedikt Mctzler und Christian Mcvius seel.Erben; um die nämliche Zeit muß der Beitritt von Stahe! in Würz-burg erfolgt sein^, ebenfalls noch im Oktober bat Georg ErdmannHechtet Mi. in Goslar um Aufnahme und traten Heidegger <!L Comp,in Zürich bei. So wurde jetzt Reich gedrängt, ausschließlich den Wegzu begehen, der allein von Anfang an, wenn nicht die höchsten, so dochdie greifbarsten Erfolge versprach: den der tcrritorialgesetzlichen Reform;und hier mußte das Ziel das einer möglichst vollkommenen SperrungLeipzigs für den Nachdrucksvertrieb sein. Der Bücherkommissar wargegen, der Rat, aus Sorge um das freie Kommcrz, für das Transit-recht; das Obcrkonsistorium selbst nahm eine schwankende Stellung ein.^Die Praxis jedenfalls war von der Anerkennung des Transitrechts be-herrscht, und der fremde Buchhandel nahm diese Anschauung als diegültige an.^ Trattner suchte Schutz bei seiner Negierung. Schon imOktober forderte der kaiserliche Gesandte in Dresden die konfisziertenBallen zurück aber ohne Erfolg.

In der Jubilatemesse des Jahres 1766 fand die dritte Versamm-lung der Buchhandlungsgesellschaft statt, in der der Beschluß von Michaelis1765 erneuert wurde. Das vom 23. April datierte Protokoll ist von39 der bisherigen Mitglieder, dazu von 5 neu beigetretenen unterzeichnet.Es ist damit nicht gesagt, daß 21 der alten Mitglieder denn 60betrug ihre Zahl mit den drei Beitritten zur Michaelismesse 1765 unddem Beitritt Heideggers im Oktober darauf ausgetreten gewesenwären. Mehrere waren zur Zeit der Versammlung noch nicht in Leipzig oder waren bei der Sammlung der Unterschriften durch den Socictäts-büttel zufällig nicht anzutreffen: Herr David Jvcrsen aus Altona z. B.war früh um halb elf Uhr noch nicht aufgestanden, des Nachmittags umvier Uhr aberhielte er seine gewöhnliche Mittags-Ruhc"; auch AugustLcbrecht Stettin aus Ulm warwegen seines Schlafens nicht anzutreffen";andere kamen diesmal nicht selbst zur Messe und hatten ihren Vertreternkeine Vollmacht erteilt; so war des Ulmer Bartholoms DienereinSchwabe, der von einer Buchhändler-Gesellschaft und deren Grund-Gesezen keinen Begriff hatte", und Carl Felßecker aus Nürnberg warvertreten durchseinen frommen Diener, der sich auf keine Weise mitder Buchhandlungs-Gesellschaft abgeben wolte". George Gottlieb Hornvon Breslau hatte sein Fallimentgenöthiget, sich unsichtbar zu machen".