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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Beginn der klassischen Litteraturperiode bis zum Beginn der Fremdherrschaft / Johann Goldfriedrich
Entstehung
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Zg 1. Kapitel: Beginn des Nachdrnckszeitaltcrs u. die Reichschen Reformbestrebungen.

Arkstee ^ Mcrkus ziehen sich fast durch alle- seine Eingaben, Promc-morien und Briefe hindurch; sodann die der Störer.Der Buchdrucker,der Colporteur, der Sprachmeister xx., verlegen und verkaufen Bücher,oft sehr schändliche Bücher, die allein ihres Inhalts wegen unterdrücktzu werden verdienen."

Das ganze Programm sollte durchgeführt werden im Wege der Ge-setzgebung. Es bedeutete das demnach: eine Erneuerung und Verschärfungder alten Gesetze gegen den Nachdruck; eine Erstreckung derselben auf dieerstgemcldeten Übersetzungen und fremdsprachlichen Nachdrucke, unter Um-ständen vielleicht auf deutsche Editionen und Bibeln, und eine Sicherungdes Buchhandels gegen ausländische Buchhändler und inländische Nicht-und Auchbuchhändler. Zum Zwecke der dem Interesse der Leipziger Buchhändler genau entsprechenden Anwendung ist der Bücherkommission,die selbst zu größerer Strenge angehalten werden soll, eine Deputationsächsischer (Leipziger ) Buchhändler beizuordnen. Buchhäudlcrischc Streitig-keiten sind ohne Prozeß vor der Bücherkommission zu erledigen.

Den stärksten Widerstand fanden Reichs Gedanken beim Leipziger Rate. Er war der Ansicht, daß jede gesetzliche Beschränkung des Buch-handels, und besonders zu Gunsten der Einheimischen, dem Buchhandelselbst nur Gefahr bringen könne. Er war schon damals stark beunruhigtdurch die Klagen der fremden Buchhändler, daß die Sachsenwenig oder garnicht mit ihnen changierten", er sah eine diesbezügliche Beschwerde anzuständiger Stelle voraus, wie sie im nächsten Jahrzehnt in der Thaterfolgte; er sah mit Besorgnis, daß die in Holland gedruckten Bücheröfters um ein Drittel, die englischen fast um zwei Drittel wohlfeiler ausden Händen der Fremden als in Leipziger Buchhandlungen zu habenwären. Kam dazu eine einseitige Begünstigung der inländischen Buch-händler seitens der Gesetzgebung, dann war wohl auch für Leipzig zubefürchten, daß zum Nachteile der Gelehrsamkeit dieausländischen Hand-lungen ganz verdrungcn" würden.

Reich setzte hiergegen auseinander: daß die Bücher der Engländerund Italiener von den Verlegern billiger bezogen werden könnten alsvon den Leipziger Buchhändlern, erkläre sich erstens daraus, daß die eng-lischen und italienischen Buchhändler nicht selbst zur Messe kämen; weralso die Bücher von ihnen direkt verschreibt, bekommt sie billigerwenn er seine Transportkosten hinzuzurechnen vergißt. Zweitens ver-