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acht süddeutschen Buchhandlungen: Ioh. Andr. Endtcrschc (Nürnberg ),Carl La Fontaine, Schwan (beide aus Mannheim), Hafners Erben (Mainz ),Krieger (Gießen), Schultz (Hanau), Schröckische (Offenbach ) und Ioh.Conr. Wohler (Ulm ); dazu aus Norddcutschlaud: Ioh. Stipler ausSchneeberg „mit allerhand portraits" und der Disputationshändler CarlWendler aus Leipzig , ein von Reich wiederholt genannter „Störer", demdie Leipziger Bücherkommission schon 1761 die Führung des Titels „Buch-händler" untersagt hatte. Als auswärtige „Nicderlag" geben die Frank-furter Kalender des letzten Viertels des 18. Jahrhunderts nur eine ein-zige an, die der Buchhandlung des Halleschen Waisenhauses. Fast genaudieselben Buchhändler besuchten den Frankfurter Büchcrjahrmarkt in denJahren 1783 und 1787, nur daß die beiden Sachsen fehlen und im Jahre1787 außerdem auch Fleischhauer fehlt und statt seiner Peter Brück (Lüvm-burg) und Ioh. Fricdr. Stöhr (Büdingen ) anwesend waren. Im Jahre1800 waren nur noch die Ioh. Andr. Cndtcrschc Buch- und Papier-handlung aus Nürnberg und Carl Fontaine aus Mannheim vertreten.^Die Ncichsbuchhändler pflegten statt dessen den Changeverkehr unter-einander von den Wohnsitzen aus durch Zusendung der Novitäten „ge-wißcrmaßen in Comission"^ oder „pro uoviwle" mit dem Rechteder Zurücksendung der nichtabgcsctzten Exemplare, sodaß diese Art desGeschäftsverkehrs damals den Namen der „Reichsbuchhändlerhandlungs-art" erhielt. Was lag näher, als daß der Südwesten, je weiter dieEntwickclung der modern norddeutschen Littcratur schritt, je größer derUmkreis und je stärker das Bedürfnis nach jener Litteratur ward, sichvon der Abhängigkeit, in die er dadurch vom Norden geriet, dadurch be-freite und in seinem selbstgenügsamcn Sortimcntcrvcrlegcrstande erhielt,daß er die ihm eigentümlichen Geschäftsgcbräuchc, die ihn der Notwendig-keit des persönlichen Mcßbesuchs überhoben, desto fester ausbildete unddie gangbare norddeutsche Littcratur, die das Publikum im Reiche ver-langte, durch Nachdruck an sich brachte? Das „Neue Archiv" (1795)schließt seine Darstellung der mit dem Frankfurter Abschied beginnendenSeparation des Rcichsbuchhandels mit den Worten: „So wurde denndas Band, welches bis dahin wenigstens die mehrstcn teutschen Buch-händler mit einander verbunden hatte, wenn nicht ganz zerrissen, dochziemlich verlczt. Und so gab dieser Umstand zuerst mit Gelegenheit, ausden unglücklichen Nachdruck zu verfallen." ^