Trennung des Rcichsbuchhandcls von Leipzig . Süddeutsches Nachdrucksgebiet. 5Z
Ohne daß man die Ursachen, den Unterschied der litterarischenProduktion und den Nettohandel, beheben konnte und wollte, sollte dienatürliche Wirkung dieser Ursachen, der Nachdruck, gewaltsam zu Bodengedrückt werden. So kommt es, daß gerade mit dem kursüchsischenDezembermandat die hohe Zeit des deutschen Nachdrucks anhebt.
In Österreich begann es eben zu tagen, wenn auch der Tag mitsehr gewaltsamen Mitteln herbeigeführt werden sollte. Bayern , die Mittejenes südlichen Gürtels, war wüste und leer; trotz der strengen Ccnsurerstand diesem Lande kein Trattner, den Leipziger Reformakten ist seinName fremd, in dem großen Kampfe zwischen Nord und Süd, Nctto-und Changchandel, Verlag und Sortiment, Original- und Nachdruck biszu Reichs Tode hat es keine Rolle gespielt; Regensburg ist der einzigebayrische Ort, den Pütter 1774 erwähnt. Ganz anders die Landschaftenvon seinen Westgrenzen bis zum Rhein und darüber hinaus! Gleichan der Grenze sind die beiden Buchhandelsvesten Nürnberg und Augs-burg aufgerichtet; über Ulm, Nördlingen, Ansbach gelangen wir nachStuttgart, Tübingen, Heilbronn, Reutlingen, Karlsruhe, Mannheim undan dem Rhein nach Worms und Speyer ; im Süden schloffen sich dieschweizerischen Städte an, im Norden die Mainstädte von Frankfurt undHanau über Würzburg, Erlangen, Bamberg bis Bayreuth und Hof;über Gießen und Marburg stieß diese Sphäre im Norden bis Kassel vor, am Rhein sandte sie einen Ausläufer über Bonn nach Köln . Bondiesen Landschaften wiederum war der Landstrich der regsamste, dessenCentren Frankfurt, Mannheim, Karlsruhe, Tübingen bildeten. Hierfand die gute norddeutsche Litteratur besonders starken Absatz; und diesesGebiet war eö deshalb, das die Abhängigkeit vom sächsischen Ncttohandelam bittersten empfand und den Fehdehandschuh, den Reich durch die kur-sttchsische Regierung dem Süden hatte hinwerfen lassen, aufhob.
„Die den HH. Leipzigern würklich sehr nachtheilige neue Buchhändler-Verordnung", so nannte Chr. Friedr. Schwan in Mannheim im September1774 das Dezcmbermandat und sah in dem Mandat zusammen mit denAuftritten auf der Ostermcsse 1774, die beide „viel Bewegung" hervor-gerufen hätten, die Veranlassungen für die Reichsbuchhändler, „sich demsächsischen Joch zu entziehen, so wie die Hrn. Sachsen sich ehedem demFrankfurter Joch, welches ihnen die Bücher-Commission auflegen wolte,