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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Beginn der klassischen Litteraturperiode bis zum Beginn der Fremdherrschaft / Johann Goldfriedrich
Entstehung
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2. Kapitel: Sturm und Drang : der Nachdruck.

leisten, die Leipziger Verlagsbücher auf gemeinschaftliche Kosten nach-drucken und um die Hälfte des Originalprciscs verkaufen. Es war dieZeit, in der der Frankfurter Buchhändler Joh. Ernst Meyer schrieb:Wan dicße Lcuthe den besten Leipziger Freund sähen ins Waßer fallen,Sie ließen ihn ohne Barmhertzigkeit zu beweißen zu Grunde gehen."Und zugleich gelang es den Frankfurtern namentlich Heinr. Ludw.Brönner war in diesem Sinne thätig die Norddeutschen mit derVorstellung, daß die Frankfurter Sortimenter auf eigene Rechnungarbeiteten, während der Kommissionär zu entschädigen sein würde, vonReich, der sie für den Schwanschen Plan zum großen Teil schon ge-wonnen hatte, wieder abwendig zu machen.

Im Juni 1775 wurde der Hanauer Meßkatalog, betitelt:Hanauerneuer Lüener-Uwseiilag, Listss ^lalir NOLLI^XXV". ausgegeben.Die Messe selbst fand, wie angekündigt, drei Wochen nach dem Pfingstfestedes Jahres 1775 statt, als der Monat Juni zu Ende ging. DerBesuch freilich war sehr spärlich. Wohl hören wir, daß z. B. Faucheaus Ncufchatel mit einem schönen Sortimente französischer Bücher zuPlatze war. Aber derUmschlag" war im Grunde nichts als eineZusammenkunft der Häupter des süddeutschen und österreichischen Nach-drucks. Von dem Dreigestirn Trattner (vertreten durch Noethcn),Eckebrecht und Göbhard war Varrentrapp umgeben. Dazu die vierFrankfurter Andrä, Gebhardt, Eßlinger und Fleischer die drei letztenbesuchten den Umschlag nur auf einen Tag: das sind alle, derenAnwesenheit namentlich beglaubigt ist. Im übrigen hören wir, daß derBesuch außerordentlich gering war; die sächsische Meßrelation von Michaelis1775 spricht vonnicht mehr als 14 Personen".

Daß auf die anonyme Supplik der Neichsbuchhändlcr von derkursächsischm Regierung kein Bescheid erfolgte worüber derCen-sor" Klage führt war selbstverständlich. Daß man es aber nichtmit leeren Drohungen zu thun hatte, hatte sich jetzt gezeigt. Gerade zuder Zeit, als der Hanauer Umschlag eröffnet wurde, lief denn auch beider Bücherkommission ein kurfürstliches Reskript ein, das die Frucht derDresdner Befürchtungen war. Es verlaugte eine Erklärung über dieetwaigen Folgen des Hanauer Umschlags für den Leipziger Buchhandel,wies die Bücherkommission an, den Leipziger Buchhändlern wegen derBeschwerden der Süddeutschen Vorstellungen zu thun und siezu Ver-