HanauerUmschlag. Beschwerde derReichsbuchhändler,RechtkertigungdcrLcipziger. 67
meidung derer für den Leipziger Buchhandel daraus sonst entstehenkönnenden nachteiligen Folgen" zu einem „billigen Bezeigen" gegen dieauswärtigen Buchhändler anzuermahnen, und forderte endlich gutachtlicheÄußerung darüber, ob nicht den teuren Preisen mit einer Büchertaxe zu be-gegnen, von nachgedruckten Büchern aber, gleich andern kontrebantcn Waren,nicht nur der Transit, sondern auch — eine beabsichtigte Restriktion desMandats — das Verrechnen auf der Leipziger Messe zu gestatten sei.
Was die Leipziger betreffs der Changevcrweigerung zu sagen hatten,läßt sich ja leicht erraten. Nach Lage der Handlung, sagt eine von Reichverfaßte und außer von ihm und Fritsch noch von vier andern Leip-ziger Handlungen unterzeichnete Denkschrift vom 16. Juli, verlegen dieLeipziger viel mehr und bessere Schriften als die Rcichsbuchhändler.Dazu kommt, daß viele Leipziger Handlungen viel älter sind, folglicheinen größern Fond haben. Daß „einige Buchhändler" ihre Preise„sehr hoch stimmten" und zu wünschen wäre, daß darin „eine Aende-rung bewirkt werden" könnte, gab die Denkschrift zu. Die Fragewar nur, ob diese Höhe der Bücherpreise auf nichts weiter als einerfrevelhaften Willkür beruhe. Das verneinte Reich natürlich. Erstenszeichneten sich keineswegs die Leipziger allein dadurch aus; es seien be-sonders „einige Göttinger und Berliner", die hier in Betracht kämen.Zweitens lassen sich Bücherpreise überhaupt nicht nach Bogen- undWörterzahl beurteilen und vergleichen. Die Leipziger Bücher sind schönerund besser als die der Frankfurter; sie überragen sie an innerm Werte,und ihre Verleger bezahlen darum mehr Honorar. Reich gibt trotzdemeinen auch absolut höhern Preis der sächsischen Bücher bis zu einem ge-wissen Grade zu; hier aber dürfen im Unterschiede von jenen besondernGründen wiederum die allgemeinen nicht übersehen werden: die Her-stellungskosten sind im Norden höher als im Reiche; der 24-Guldenfußgibt dem Frankfurter einen Vorteil von 16 "/g. Reich behauptete, dieFrankfurter selbst erhöhten die Leipziger Preise noch. Mit dem „gewöhn-lichen" Rabatt nicht zufrieden, seien sie zum Teil gewohnt, 50"/o zufordern, wenn sie aber keine Erhöhung erhielten, so schlügen sie 25, 30und mehr Prozent auf. Durch solchen „übertriebenen Wucher" wärensie es gerade, die zu den vielen Nachdrucken Gelegenheit gäben.
Was den „gewöhnlichen" Rabatt betrifft, so erklärten die Depu-tierten, die Leipziger gäben im buchhändlerischcn Geschäftsverkehr allge-
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