Allerlei Maßregeln zum Schutz gegen den Nachdruck.
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der feinsten Satirc bis, in Bezug auf crsteren, zur derbsten Drohuugmit ungcbrauntcr Asche ging: „Und kommt es soweit, daß ich mich desNaturrechtcs bedienen muß, so wird meine Bertheidiguug ebenso schröck-lich, als unerwartet sein!" schreibt F. R. Grossing in einer Vornotizseines „Allgemeinen Toleranz und Netigions Systems" (Leipzig , 1784,ohne Vcrlagsangabc); der aufgebrachte Autor halte das begreifliche Un-glück gehabt, daß ihm eine anonym erschienene aktuelle Schrift (überden bayrischen Succcssionskricg) 19 fach, eine Pseudonym erschienene vonseinem eigenen Kommissionär (Weyngandsche Buchhandlung in Wien )nachgedruckt wordcu war. Ju den siebziger Jahren begannen in denBlättern die beliebten „Warnungen": Warnungen des Publikums vorverstümmelten Nachdrucken^"; auch ganz unmittelbare Appelle ans Publi-kum, bereits wiederholt nachgedruckte verdienstvolle Werke doch ja nurim Original kaufen zu wollen, kamen vor.i" Der in öffentlichengegen die Nachdrucker gerichteten Anklagen und Angriffen fruchtbarsteund rabiateste der sächsischen „Monopolisten " war im nachreichschen Zeit-alter Göschen. Nicht nur die Zeitschriften, sondern auch zahlreiche seinerVerlngsartikel benutzte er dazu, zum peinlichsten Verdruß Schillers ,Goethes und Körners. Andere Autoren haben ihren Schriften selbsteinen Appell an die Nachdrnckerwelt vorangeschickt, wie z. B., in einersehr höflichen und fast herzlichen Weise, Lavatcr im Jahre 1773.^Umgekehrt wie Grossing, wollte Göschen durch seine öffentlichen Angriffeherbeiführen, daß er selber gerichtlich belangt werde, damit es endlich zueiner Nachdrucksgesctzgelmng komme. Das blieb natürlich ebenso erfolg-los wie die Geißel der Satire. Das tragikomischste Beispiel dafür warder Erfolg der satirischen Anzeige einer „immerwährenden Univcrsal-Bibliothek aller Wissenschaften und Künste", die im Jahre 1783 derTeutschc Merkur brachte, und nach der sämtliche in Deutschland er-scheinenden Schriften Tag für Tag im Auszug nachgedruckt werden sollten,täglich drei Bogen, der Bogen zu einem Kreuzer. Der Erfolg war,daß Andreas Gerle in Prag sogleich Idee und sogar Namen des Unter-nehmens („Gesellschaft patriotischer Littcraturfrcundc") stahl und dieBibliothek tatsächlich zu dem genannten Preise ankündigte. Der TeutschcMerkur antwortete damit, daß er anzeigte, man habe bereits einen Nach-druck des Gerleschcn Nachdruckes vorbereitet und werde fortan seinerseitsnicht Auszüge, sondern wirkliche einfache Nachdrucke der gesamten deutschen