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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Beginn der klassischen Litteraturperiode bis zum Beginn der Fremdherrschaft / Johann Goldfriedrich
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Allerlei Maßregeln zum Schutz gegen den Nachdruck. Derdeutsche Nexus". 109

dic Privilegien allmählich überflüssig werden würden und der Fiskusverschiedener Länder dadurch verlieren würde, sollte der wichtigste Staat,Kursachscn, dadurch gewonnen werden, daß ihm gegen eine bestimmteSumme dicProtektion und Bestätigung der Societät" übertragen werdensollte. Die Societät sollte übrigens bei derAssekuranzeinzcichnung"jedes Artikels zugleich den Verkaufspreis angeben, d. h. ihn unter Um-stünden herabsetzen.^ In den achtziger Jahren wurde ein ähnlicherPlan zwischen Wieland und Reich besprochen^; im Jahre 1790 regteM. G. Ploucquct^s, in den Jahren 1795 und 1802 Beckers Neichsanzcigerwieder dazu an^°; Becker selbst hat einen Buchhändlerbund mit den dreiGrundsätzen: im eigenen Lande für ein Nachdrucksverbot zu wirken, jedenNachdrucker und Nachdruckshändler allen Kredit zu versagen, in Österreich für gefährdete Artikel mit einem dortigen rechtlichen Verleger einen Gcsell-schaftsvcrtrag zu schließen, im Jahre 1801 ins Leben zu rufen versucht.^"

In der Flut der Bücher, Broschüren und Aufsätze aber, aus denenwir hier ebenso wie aus der Fülle der Thatsachen nur dic Leitlinienhervortreten lassen konnten, sind nun endlich noch zwei Gedanken ent-halten, die für dic fernere geschichtliche EntWickelung der buchhandels-rechtlichen Verhältnisse von besonderer Bedeutung sind. Das ist ein-mal dic besonders von Pütter ausgeführte Idee desdeutschen Nexus".Die Auffassung Pütters vom deutschen Buchhandel war noch ganzdie der Tauschhandclszeit; und nach dem, was unser voriger Band überdic hohe geschichtliche Bedeutung des Tauschhandels gesagt hat und dervorliegende noch darüber wird beizubringen haben, ist es von Interessezu beachten, daß Püttcr in dieser Zeit des Übergangs gerade aus dieserAuffassung heraus dic Gedanken vom deutschen Nexus entwickelte. DasBüchcrgeschäft, sagt Pütter, ist ein eontiÄetuin alsas; das aleatorischeMoment zeigt sich aber ganz besonders gerade im deutschen Buchhandel,weil der deutsche Verleger seine Bücher nicht alle verkauft, sondern dengrößten Teil vertauscht. Zugleich sind abcr mit der im Tauschhandel undin der Buchhändlcrmessc bestehenden Organisation des deutschen Buchhan-dels die größten Vorzüge verknüpft: der leichte und billige Transport vomMeßplatzc aus an jeden Ort und außer der Messe zwischen allen Buch-handlungsorten, dic dadurch bewirkte Gleichheit der Preise durch ganzDeutschland, die Sortimentslager, in denen im Gegensatz zu dem englisch -