122
sophie der Geschichte der Menschheit" „sehr viel" und wollte sie zuerstdurchaus nicht zahlen. Für ein gutes Durchschnittshonorar, mit demnur diejenigen Autoren nicht zufrieden waren", welche sich offensichtlichüber das Durchschnittsniveau der Gangbarkeit erhoben, scheint damalsin Norddeutschland im allgemeinen ein Honorar von 5 bis 6 Rcichs-thalern gegolten zu haben.^ Es ist ganz natürlich, daß, um so zusagen, das Durchschnittshonorar der Unterdurchschnitts-Autoren ein ge-ringeres war. Die Programmschrift des damaligen Autoren-Schutzver-bandes'" gab, im Jahre 1781, als Maximum des üblichen Bogcn-honorars bei einem vermuteten Absätze von 400, 500, 750, 1000 und2000 Exemplaren immerhin 2, 2^, 3, 5 und 10 Rthlr. an, undeine aus ähnlichen Voraussetzungen entstandene und gleiche Ziele ver-folgende Berliner Schrift^ aus demselben Jahre: für Originalschriften4, höchstens 5, für Übersetzungen 2, höchstens 3 Thaler. Schwickcrtin Leipzig schrieb an einen Autor gegen Ende der 1760er Jahre: wasein Verfasser etwa erhalte, sei schwer zu sagen, indem die „Autores sehrunterschieden" seien; einer bekäme für den Bogen 2, ein anderer 3, mancherauch 4 und 5 Rthlr.; „verschiedene gute Tutores machen es billig mitdem Verleger," setzt er hinzu, „damit Sie und der Verleger bestehenkann."'" Ein Honorar von 9 fl. (ca. 5 Rthlr.) pro Bogen, das dieAkademische Buchhandlung in Mannheim 1780 für den Roman „Florcntinvon Fahlendorn" von Jung-Stilling bezahlte, fand der KurmainzischcHofkammerrat Molitor reichlich.'"
Bahrdt bekam von Donatius in Lübeck für eine neue Ausgabe derHexapla des Origenes 2 Rthlr. pro Bogen. Von Heinsius in Eisenach habe er für das „Moralsystem" und das „Biblische System der Dog-matil", so erzählt er, wenig versprochen und noch weniger bezahlt er-halten.^ Ein Pyrmonter Rektor, der für die Meyersche Buchhandlungin Lemgo aus dem Französischen, für andere Verleger aus dem Eng-lischen übersetzte, schrieb in den 1780er Jahren, er sei durch ein „garzu spöttliches Honorarium", obgleich er doch nur Bücher genommen undnicht einmal diejenigen, welche er wünschte, erhalten habe, „aus derKonnexion gekommen."^ Solche Klagen über dürftiges in Büchernbestehendes Honorar, die gern hoch angesetzt wurden und wohl gar defektwaren, finden sich auch sonst.'" Der Schriftsteller, heißt es 1781,hat oft um nichts als die leidige Ehre und einen Tagclohn gearbeitet,