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ins Leben zu rufen, nicht. Der Verschiedenheit der beiden durch ein halbesJahrhundert getrennten Zeiten entsprechend, hatte man damals speziellwissenschaftliche Interessen im Auge bei dem, was jetzt in erster Liniefür die „schönwisscnschaftlichcn" Schriftsteller erstrebt wurde. Lcibni;hatte sich mit dem Gedanken einer soeiet.g.8 8ud8eripwriÄ getragen, die,wiederum jener Zeit entsprechend, Schriftsteller und Gebildete nicht nurDeutschlands, wenn auch Deutschlands iu erster Linie, sondern auch derübrigen litterarisch thätigen Länder umfassen sollte; eines internationalenVereins zum Schutze gegen Ignoranz und Habgier der Buchhändler:denn der Maßstab des Verlegers sei nicht der wissenschaftliche Wert einesWerkes, sondern seine laienhaft-kaufmännische Ansicht über seinen ver-mutlichen Absatz und die Billigkeit resp. gänzliche Kostenlosigkcit seinesErwerbs. In Caspar Thurmanns öib1i«Meea ae^äkinieg, (Halle 1700)findet sich ja eine besondere Rubrik mit dem Titel: „Gelehrter LeuteKlagen, daß sie keine Verleger zu ihren Büchern finden können". Gegendiese Gefährdung der Wissenschaft durch die Buchhändler hatte jeneSubskriptionsgesellschaft Schutz bieten sollen. Von den Subskriptions-geldern sollten die Herstellungskosten nebst Zinsen gedeckt, aus der Ein-nahme und dem Verkaufe der zu einem höhern Ladenpreise verkauftennichtsubskribierten Exemplare aber ein Fond gebildet werden, der sowohlzur Unterstützung bedürftiger Gelehrter, als zu Versuchs- und Forschungs-zwecken verwendet werden sollte. Schlagen wir die Brücke von der ZeitLeibnizens zu der Lessings mit einer Äußerung aus dem Jahre 1740,gerade der zeitlichen Mitte zwischen der Entstehung des Leibnizschen Ent-wurfes und dem Beginne der großen Selbstverlagsunternehmungen imReichschen Zeitalter. Hier nimmt schon der materielle Gesichtspunkt dieerste Stelle ein. „So wäre auch zu wünschen", bemerkt ein Odilos»xlliae krotsssor in ^.tnenÄso Oeäanönsi st, LiKU«Mseg-rius, „daßgeschickte Verfasser zu ihrer Arbeit immer gute Verleger finden könten,die ihnen ihre Mühe nach Verdienst bezahleten. Denn öfters wird esumgekehrt, daß die am meisten den Gewinst verdienen, am wenigstendavon zu genüssen bekommen . . . Könte nicht ein privilegirter Ladenfür den eigenen Verlag der Verfasser seyn?" Aber noch ist damit derwissenschaftliche Gesichtspunkt verbunden. Der Verfasser wünscht „mehrsolche Gesellschaften, als in Engelland die Gesellschaft zur Beförderungder Gelehrsamkeit. Dieser ihre Absicht ist, die guten und nützlichen