„Typographische Gesellschaft in Berlin ". Die Druckerei „Bode Compagnie". 1ZZ
burgcr Kaufmanns, befreundet mit Klopstock, Sulzer u. a. Als Sitz desnach Gleim „zum besten der Wissenschaften ^in Deutschland " geplantenVerlages, der sich nach Bachmanns Ansicht zugleich durch „Schönheit desDrucks und Papiers" von den „gemeinen Verlegern" unterscheiden sollte,war Berlin ausersehen; das Unternehmen nannte sich danach „Typo-graphische Gesellschaft in Berlin". Gleim und Bachmann waren inSachen der Buchhandlung und der Druckerei ebenso unerfahren wie Lessing und Bode. Indessen dachten sie an keine eigene Druckerei und über-trugen die Buchhandelsgeschttftsführung dem Berliner Buchhändler Him-burg — in der Geschichte des Nachdrucks ein wohlbekannter Name.Bachmann war der Führende; sogar über die Verlagsangebote entschieder spater allein. Die Rolle Gleims war keine viel andere als die desstillen Teilhabers und Beraters. Die Typographische Gesellschaft tratschon zur Ostcrmesse 1767 mit der Übersetzung der Idyllen des Bion undMoschos von Grillo, Gleims „Liedern nach dem Anakrcon" und „NeuenLiedern vom Verfasser der Lieder nach dem Anakreon" und dem „Knleve-mknt äe?roseixinö, ?oizms äs LlgMisn", übersetzt von Merian, auf.Spater sind noch die „Briefe des Herrn Gleim und Jacobi " und die„Briefe des Herrn Johann Georg Jacobi " für die Gesellschaft gedrucktworden, aber nur mit der Bezeichnung „Berlin " erschienen; weitereVerlagsartikcl mögen also unter den mit der genannten Bezeichnungversehenen Titeln der nächsten Meßkataloge verborgen sein.
Lessing und Bode betrieben inzwischen weiter nichts als ein reinesDruckgcschäft. Das erste Werk, das aus der neuen Druckerei hervor-ging, war die „Hamburgische Dramaturgie "; das erste Stück erschien am1. Mai 1767. Die Beteiligung Lessings an ihrem Erscheinen hattemit seiner großen Selbstvcrlagsidec unmittelbar durchaus nichts zu thun.Dic Verleger der Dramaturgie waren die Unternehmer des National-thcaters, Lessing war der Verfasser und der Mitbesitzer der Druckerei„Bode Compagnic", in der sie gedruckt wurde. Auch ihr Vertriebgeschah nicht mit Umgehung des Buchhandels. Allerdings wurde siezunächst, offenbar auf die Bestimmung der Eigentümer, also der Thcater-unternchmcr hin^^, nur direkt per Post von Hamburg aus expediert,aber nicht nur bezog Nicolai 28 Exemplare des Stücks durch Heroldin Hamburg , sondern der Ostcrmeßkatalog von 1768 führt sie als inKommission bei Joh. Heinr. Cramer in Bremen auf.