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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Beginn der klassischen Litteraturperiode bis zum Beginn der Fremdherrschaft / Johann Goldfriedrich
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3. Kapitel: Sturm und Drang : der Selbstverlag.

Erweckten die beiden Unternehmungen die Aufmerksamkeit des Buch-handels? Wir wissen es zunächst nur von der Bachmannschen Gesell-schaft; und man beurteilte sie sehr gleichmütig.0u 1g.it, souveut. <Istaux pas yusuä on veut. brillsr parwut", schrieb Reich im Mai1767 darüber nach Berlin. Er setzte damit die richtige Überschrift überdie Geschichte nicht nur dieser und der Lessing-Bodeschen Gründung.

Wäre die Selbstverlagsidee des deutschen Journals verwirklichtworden, so wären die deutschen Schriftsteller mit dem Versuche, dieFrüchte, die sie selber bauten, auch möglichst unverkürzt selbst zu genießen,zweifellos auf den eifersüchtigsten Widerstand von Seiten des zünftigenBuchhandels gestoßen: wir werden die Beweise dafür kennen lernen. DerPlan hat sich aber nicht verwirklicht, und es war eigentümlicherweisegerade die Dramaturgie, die zu einem merkwürdigen, auf schwindelhafterbuchhändlerischer Spekulation und Lessingschcm Jrrtuin und Argwohnberuhenden Konflikte führte. Im August 1767 meldete Nicolai Lessingdas Erscheinen eines Nachdrucks der Dramaturgie unter der FirmaDods-ley <K Compagnie von London".^ Die erdichtete Firma war ein Unter-nehmen von Engelhard Benjamin Schwickcrt in Leipzig, der seit 1762 dortbei Madame Dyck Buchhandlungsdicner war. Wir finden ihn schon imJahre 1766 im Auftrag seiner angeblichenFreunde" Dodslcy und Moserin London in Korrespondenz mit verschiedenen Autoren; er hatte danach mitErlaubnis von Mao. Dyck für die Genannten dievöllige Eomißion Ihnengute Verlags Bücher suchen zu verschafen" übernommen/" Die Ver-anstaltung eines Nachdrucks der Dramaturgie war durch die Geschäfts-führung Lessing-Bodes resp. die Anweisungen der Theaterdirektion beson-ders nahe gelegt. Ohne daß die erstern die Ratschläge und Warnungendes Hamburger Buchhändlers Nohn des Schwiegervaters von Bode beachteten, wurde die Dramaturgie ohne Benutzung Leipzigs alsKommissionsplatzes nur direkt und zwar fest und gegen bar geliefert^;der Absatz des Leipziger Nachdrucks war infolgedessen ein vorzüglicher.Aber nicht die geschickte Veranstaltung eines Nachdrucks, wie sie ja sohäufig vorkam, ist der Hauptpunkt, den wir zu beachten haben. Schondas war auch Lessing unangenehm genug'"; indessen verlor er unmittel-bar nichts dabei; nicht er (und Bode), sondern das Theater war derVerleger. Aufs empfindlichste und im innersten getroffen aber wurdeLessing durch eineNachricht an die Herren Buchhändler", dieI. Doos-