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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Beginn der klassischen Litteraturperiode bis zum Beginn der Fremdherrschaft / Johann Goldfriedrich
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Dodslcy K Comp, gegen den Selbstverlag.

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lcy ^ Compagnic" gleichzeitig erließen, getroffen als der heimliche Planereines umfassenden Selbstverlagsinstituts der führenden dichterischen GeisterDeutschlands . Denn in dieser Nachricht spielte sich die erdichtete Firmafrei nach berühmten Mustern als nichts geringeres auf, denn als Man-datar einer neuen Buchhandclsgcscllschaft, die das Ziel verfolgte, erstenssich gegen den Nachdruck durch genossenschaftlichen Nachdruck des bestenBerlage des Nachdruckers zur Hälfte des Preises oder darunter zuschützen, zweitens aberdenenjenigcn, welche sich ohne die erforderlichenEigenschaften in die Buchhandlung mischen (wie es zum Exempel dieneu ausgerichtete in Hamburg und anderer Orten vorgebliche Handlungenmehrere), das Selbstverlcgen zu verwehren und ihnen ohne Ansehen nach-zudrucken ; auch ihre gesetzten Preise allezeit um die Hälfte zu verringern",und soauf die unzählige Menge der Schleichhändler achtzugeben, damitnicht jeder in der Buchhandlung zu Höckern und zu stören anfange".'^Lessing nahm die Drohung für bare Münze und glaubte auch nicht langenach dem suchen zu dürfen, von dem sie ausging: Philipp ErasmusReich , auf dcu nach den Ereignissen von 1765 gleich ihm mancher anderein die Geschichte der Rcichschen Socictät nicht Eingeweihte wohl ratenkonnte, und dem Lcssing nach seinen persönlichen Erfahrungen jede gegendie unter das Joch des Verlegers sich nicht beugende Schriftstcllcrwelt ge-richtete Niedertracht zutraute. Als Reich im Jahre 1758 die Lieferungdes Manuskripts zu einem Bündchen von sechs Komödien, deren Über-setzung Lcssing übernommen hatte, zu langsam ging Lcssing, der schonin den Jahren 1755 und 1756 in Leipzig ums Brot übersetzt hatteund durch Christian Felix Weiße mit Reich bekannt geworden war, scheintdem Verleger damals die rücksichtsvolle Behandlung, die dieser andern nahr-haften Geschäftsfreunden zu Teil werden ließ, noch nicht verdient zuhaben, warf Reich den ersten gedruckten Bogen der Lessingschen Über-setzung von GoldonisLrede kortunata" in die Makulatur, ließ denSatz des zweiten unbenutzt ablegen und erklärte den Verlag für er-loschen.^ Der empörte Dichter, der in sich das freie Recht des Schrift-stellers von dem Diktator des deutschen Buchhandels und seiner Gefolg-schaft angegriffen und mißhandelt sah, erwiderte mit einer Gegenschrift.Sic wollen das Selbst-Verlegen verwehren. Wer sind die, die dasverwehren wollen? Haben sie Wohl das Herz, sich unter ihrem wahrenNamen zu diesem Frevel zu bekennen? Ist irgendwo das Selbst-Verlegen