Unterdrückung des Dodsleyschen Nachdrucks. Lessings „Museum ". 1Z?
war doch der Name der Firma von einer angesehenen Londoner Buch-handlung erborgt'^ —, sondern auch Reich und die sächsischen Behörden.Bald aber zog Reich die Schuldigen ans Licht und schlug, nachdemunter seiner Führung die Leipziger Buchhändler schon nachdrückliche Be-strafung beantragt hatten, auf das Flehen der Wittwe Dyck die Sachenieder, „da gegründete Hoffnung bestehe, daß künftig keine weitern Im-presso unter dem Namen Dodsley Compagnie erscheinen würden".^Die Fortsetzung der Dramaturgie ist durch Schwickert verhindertworden. „Es ist die lautere Wahrheit, daß der Nachdruck, durch denman diese Blätter gemeinnütziger machen wollen, die einzige Ursache ist,warum sich ihre Ausgabe bisher so verzögert hat und warum sie nungänzlich liegen bleiben", sagt Lessing am Schlüsse der zu Ostern 1769in Kommission bei Joh. Hcinr. Cramer in Bremen erschienenen Gesamt-ausgabe. Bon seiner Verbindung mit Bode hatte er sich bereits imSeptember 1768 losgesagt'"; die völlige Lösung erfolgte im Sommer1769. Welches Schicksal aber hatte die Journal-Idee? „Ich habe nieetwas auf meine Kosten drucken lassen", schreibt Lcssing am Schlüsseder Dramaturgie, „uud werde es schwerlich in meinem Leben thun. Ichkenne mehr als einen rechtschaffenen Mann unter den Buchhändler»,dessen Vermittelung ich ein solches Geschäft gern überlasse." Allein derGedanke des Selbstverlags der deutschen Schriftsteller hatte tief und festin ihm Wurzel geschlagen. Und der letzte Satz der ganzen Dramaturgielautet, nachdem Lessing vorher bemerkt hat, daß die Einladung vonDodsley <ü.' Compagnie wohl von den wenigsten angenommen werdendürfte: „Sonst wäre es Zeit, daß die Gelehrten mit Ernst daraufdächten, das bekannte Leibnizischc Projekt auszuführen." Die Hoffnungen,die Lessing auf sein „Deutsches Museum" setzte, waren groß. Im Fe-bruar 1768 zählte er Nicolai die Werke auf, die dem großen Unter-nehmen versprochen worden waren: Klopstocks „Hermannsschlacht", Klop-stocks „Oden", Klopstocks „Abhandlungen über das Silbenmaß derAlten", Gcrstcnbcrgs „Ugolino", ein Lustspiel Zachariäs — „und ichweiß nicht wie viel andere schöne Sachen."^ Er hatte eine Gesamt-ausgabc der Werke Gleims vor; auf der Leipziger Ostcrmesse 1768 ver-handelte er mit Gellert.^ Und eine Aussicht^ verwebte sich mit diesenPlänen, die die Brust manches der großen deutschen Schriftsteller damnlohöher schwellen ließ. Aus Äußerungen des Grafen von Dietrichstein,