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Betragen, Ansehn und Würde zu verschaffen gewußt; nun sollten sie ihmaber auch wo möglich die Sicherung und Verbesserung ihres häuslichenBestandes verdanken."^
Klopstock war mit solchen Gedanken schon längst umgegangen. „Ichliebe den Ausführcr", schrieb er an Bachmann, als dieser sich an ihn ge-wandt hatte, „aus vielen Ursachen und auch deswegen, weil er der Aus-führer einer Idee ist, die ich wenigstens so lange als Gleim gehabthabe." Er hegte von beiden Projekten die größten Erwartungen; nahman, daß Gleim und Bachmann Druckerei und Schriftgießerei zur Ver-fügung hätten, ließ dafür von Krcißler neue Lettern entwerfen und botfeine Tragödien und Oden an — Bachmann wagte so große Unter-nehmungen noch nicht. Der Plan zu dem Deutschen Museum war nacheinem Briefe Bachmanns von Klopstock und Lessing gemeinsam entworfen;und Klopstock war ja neben Gerstcnberg der einzige, der ein Manuskriptdazu einsandte. Klopstocks Plan war weit und umfassend: mit einem ein-zigen großen Schlage sollte jede buchhändlerische Vermittlung überhauptausgeschaltet werden und die Schriftstellerwelt Verlag und Vertrieb allerLitteratur, die von Stund an produziert werden würde, selbst übernehmen.Er dachte sich diese Idee verwirklicht durch das Mittel der Subskription,angewandt in der Form einer die ganze Gelehrtenwelt umspannendenrepublikanischen Organisation. Trägt sich ein Schriftsteller mit demGedanken, ein Werk erscheinen zu lassen: so hat er weiter nichts zuthun, als es mit der Erklärung anzuzeigen, daß er nach dem KlopstockschenPlane subskribieren lasse; wohl noch mit der Angabe des Endterminsder Subskriptionsfrist. Die wenigen Fcderzüge, die der Gelehrte dazuuötig hat, wirken wie der Druck auf einen Knopf, der einen ungeheurenMechanismus in Bewegung setzt. Durch ganz Deutschland , ja wo-möglich über Deutschland hinaus, ist ein Heer von „Korrespondenten "verbreitet, und diese treten auf die Anzeige hin sofort in Thätigkeit,d. h. beginnen Subskribenten zu sammeln. Ist die Subskribentenzahlmindestens so hoch, daß die Herstellungskosten gedeckt werden können, somuß das Buch erscheinen. Nach der Drucklegung lassen die Korrespon-denten die Exemplare am Druckorte durch ihre Kommissionäre — wennsie an dem Orte keine Verbindungen haben, weist ihnen der Autor solchenach — in Empfang nehmen und bezahlen: und zwar, im Interessedes Autors, auf dem ja die Herstellungskosten lasten, innerhalb der