Klopstocks Subskriptionsplan.
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kurzen Frist von 14 Tagen. Indessen erhält der Autor, wenn dieSubskribentenzahl des Korrespondenten die Zahl 30 übersteigt, nur ^/z,wenn sie die Zahl 50 übersteigt, nur die Hälfte der Bezahlungund den Rest nach 3 Monaten. Es war selbstverständlich, daß derHerausgeber die Kosten für Verpackung und Versendung zu tragen,für die Brieffrankaturen aufzukommen, verlorne Pakete zu ersetzenhatte. Für liegenbleibende Exemplare, auf die subskribiert worden war,hatte er dem Korrespondenten ^/z des Subskriptionspreises zu ver-güten. Die Korrespondenten wurden in „Beförderer" und „Kollekteure"geteilt. Der Beförderer erhält vom Herausgeber nur seine Unkostenersetzt, ja ist die Subskribentenzahl so gering, daß der Verfasser dieDrucklegung nicht wagt, nicht einmal das. Der Kollekteur dagegen er-hält auf jeden Fall, auch wenn das angekündigte Buch nicht erscheinenkann, seine Prozente: der Kollekteur innerhalb Deutschlands , wenner am Druckort wohnt 15°/^, mit je 25 Meilen Entfernung vomDruckort 1"„ mehr; hat er mehr als 50 Subskribenten gesammelt, soerhält er für jeden über die Zahl 50 hinausgehenden Subskribenten 2"/<,mehr; ebenso aber erhält er 2°/g mehr, wenn die Subskribentenzahl eineso niedrige ist, daß die Exemplare vom Druckort aus mit der Post ge-schickt werden müssen; denn im allgemeinen soll die Versendung nichtdurch die Post geschehen: erstens weil es zu teuer ist, zweitens weildabei die Bücher leicht verderben. Der Transport ist so organisiert,daß durch ganz Deutschland 68 durch gute Frachtverbindung ausgezeichneteStädte als „Transport.Örter" bestimmt sind. Die Kollekteure, die ankeinem Transport-Orte wohnen, geben dem Herausgeber einen solchenan, an den sie die Bücher gesandt wünschen, und erhalten für denTransport von da bis zu ihrem Aufenthaltsorte 1"/^ mehr. Indessenwaren diese Prozente zugleich als Deckung der Unkosten zu verstehen;ein besonderer Ersatz der Unkosten fand den Kollekteureu gegenüber nichtstatt. Zugleich mit dem Interesse der Bttcherproduzenten mußte für dasder Bücherkonsumenten gesorgt werden. Die Bücher sollten korrekt undauf gutem Papiere gedruckt und billig sein — ohne verteuernde Kupferund Vignetten. Die Bezahlung erfolgt nie voraus, sondern immer erstnach Empfang der Bücher. Die Versendung geschieht so schnell wie möglich.
Es war im Jahre 1773, als Klopstock seinen Plan, der, vollständigdurchgeführt gedacht, den Berussbuchhandel von der deutschen Erde glatt