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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Beginn der klassischen Litteraturperiode bis zum Beginn der Fremdherrschaft / Johann Goldfriedrich
Entstehung
Seite
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Dcssnucr Gclchrtcnbuchhandlung:Berichte"; Aufnahme bei den Gelehrten. 159

genannteRevisionen", d. h. Erwiderungen auf unrichtige und gehässigeRezensionen, durchweg in dem gleichen, das ganze Journal auszeichnendenvornehmen Tone gehalten. Die Veröffentlichung von Selbstanzeigcn so-wohl wie von Revisionen war unentgeltlich. Das Journal enthieltaußerdem littcrarische Nachrichten, gab Notizen über Nachdrucksfällc,Ccnsurangelegenheitcn, den Stand der deutschen Druckerei im Auslandeu. dcrgl. und brachte seit dem September 1782 auch Aufsätze und Ab-handlungen. Es eröffnete die Gelegenheit des unentgeltlichen Ab-drucks von Selbstanzeigen jedem beliebigen Autor, gleichviel in welchemVerlage sein Werk erschienen war, und seine Ankündigungen erstrecktedas Journal auch auf den Verlag des regulären Buchhandels. Alsdie Verlagskasse ihre Thätigkcit begann, bediente sich auch diese derBerichte" als ihres Organs. Der Preis war nicht niedrig; dasHeft die Berichte erschienen monatlich und waren etwa 5 Bogenstark kostete 7 gr.

Daß beide Unternehmungen in weiten Kreisen der litterarischenWelt die freudigste Zustimmung fanden, war natürlich. Wieland undBertuch waren nebst andern Wcimarancrn Aktionäre der Verlagskasse.Wieland beeilte sich, ihre Statuten im Maihest seinesMerkurs " zumAbdruck zu bringen. Freilich verhehlten sich die Besonnenem unter ihrenAnhängern nicht die Schwierigkeiten, die einem glücklichen Erfolge ent-gegenstanden. Bertuch spricht mit Wärme von der Redlichkeit undEnergie des Leiters der Gelehrtenbuchhandlung und von seiner eigenenfesten Überzeugung, daß der Gelehrte bei ihr in der That seinen wahrenVorteil finden werdewenn sie sich erst mit dem übrigen Lorrisclks lidimres ausgesöhnt hat"; und auch dann werde das Ziel nurlangsam erreicht werden können: erstens, weil die Handlung bloß denGeneralcommis" des vermögenden Gelehrten mache, zweitens, weil siekeinen Kredit gebe, drittens, weil sie nicht tausche. Daneben fehltenaber auch nicht die schärfsten Verurteilungen. Niemeyer, Professor derTheologie in Halle, meinte, der Concipient des Dessauer Windprojektsmüßte rasend sein; er mache weder den Überschlag des Risikos noch desHonorars und scheine das ganze Bücherwcscn nicht zu verstehen; Scheide-mantel, Professor der Rechte an der KarlSschnlc zu Stuttgart , fügteseinem zur Ostermesse 1781 anonym erschienenen Schriftchen.-DasBüchcrwcsen nach Staatsklugheit, Recht und Geschichte" (dem Separat-