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abdruck eines 22 Paragraphen umfassenden Abschnitts über das Bücher-wescn aus seinem „Repcrtorium des Staats- und Lehnrechtes") eigenseinen A 23 hinzu, um, wie er sich in einem Briefe ausdrückte, „bei denLcmdeshcrrn wider den Windkulscher zu präludiren". In dem genanntenBriefe aber stellt er noch die Rätsclfrage: „Was ist für ein Unterschiedzwischen gelehrtem Buchhändler und Buchhandlung der Gelehrten? Ant-wort: Fast so, wie zwischen Kkll^nw Klle und Ms -^Ilmw." UmReiche aber, wie maßvoll er selbst auch bei aller Entschiedenheit in seinenÄußerungen war und blieb, tönte mit neuer Kraft der jauchzende Chorusder verkannten Genies: Der Buchhändler hat kein anderes Verdienst alsder Esel, welcher den Herrn Ehristus trug; der Buchhandel ist für dasgemeine Beste — aber der Buchhändler nicht für den Buchhandel nötig;welcher Widersinn, daß die Schriftsteller, von denen immer 17 auf einenBuchhändler kommen, sich von diesem vergewaltigen lassen, welcher Wahn-witz, daß Publikum und Staat 300 „unnöthige Menschen, und das nochdazu prächtig", ernähren, schlitzen und erhalten sollen; zehn Buchhand-lungen im Stile der Dessauer Gclchrtcnbuchhandlung, das genügt fürganz Deutschland ; die 290 überflüssigen Buchhändler schaffe man ab^:so klang die Lehre des Meisters, daß nicht der Buchhändler, sondern dasSystem angegriffen werde, im Munde der Jünger.
Und wie stellte sich der Buchhandel zu dem neuen Unternehmen?Sic sei „wirklich sehr gut gefaßt" und das Projekt „scharf durchdacht",schreibt der Erlanger Professor Meusel im März 1781 an Bahrdt überdie „Nachricht von der Gelehrtcnbuchhandlung"; „nur will das nicht indie Köpfe, daß man die Bücher auf eigne Kosten und Risico druckenlassen soll; und dann werden die Buchhändler gewiß so viel Hindernissein den Weg zu legen wissen, daß das Unternehmen nothwendig scheiternmuß". War man auch schließlich davon überzeugt, daß ein Plan, der trotzaller Sorgfalt der Vorbereitung doch nicht hinreichend mit den Verhält-nissen des Buchhandels rechnete, der besonders das Gewicht des Wagnissesund der Einbußen viel zu leicht schätzte und einen Absatz aller Bücher vor-aussetzte, wie er nur von den wenigsten zu hosfen war, unmöglich vondauerndem Erfolg begleitet sein könne: das Unbehagen war des ungeachtetgroß genug, selbst unter erfahrenen Buchhändlern. Zum mindesten wardoch die Stimmung die des Satzes Niemeyers in einem Briefe an Reich:,Endlich wird die ganze Gesellschaft bankerut — indessen aber kann