Dessauer Gelehrtenbuchhandlung: günstige EntWickelung. 165
Professoren Blumenbach, Feder, Heyne, Kästner, Lichtenberg und Schlözer in Göttingen , Bahrdt, Eberhardt, Niemeyer, Semler und Trapp in Halle,Schröck!) in Wittenberg und Tetens in Kiel, weiter Chodowiecki, Lavater ,Weiße, Campe, in Berlin das Trifolium der Oberkonsistoricilräte Büsching,Spalding und Teller, ferner Bernoulli und Gedicke, Salzmann, derDomherr Rochow, der Baseler Ratsschreiber und GeschichtsphilosophJselin, der gelehrte Hofrat Zapf in Augsburg zählten zu diesen Be-förderern. Daß sie alle von der Zukunft der Sache jüberzeugt gewesenwären, ist damit nicht gesagt. Büsching sprach in der Besprechung derFundationsgesetze und Berichte in seinen „Wöchentlichen Nachrichten vonneuen Landcharten" u. s. w. den Wunsch aus, daß es nur besser gehenmöge — man könne es aber wohl nicht hoffen. Neben den Gelehrtenfehlen unter den Beförderern nicht Buchdrucker ^(Winkler in Bautzen ,Fickelscheer in Görlitz , der Schweriner Hofbuchdruckcr Bärensprung), Buch-binder, Auktionatoren, Expeditionen, Kontore und Postämter. Es sindsogar zwei Buchhändler darunter: Wagener in Königsberg und Wirthgenin Lauban. Die meisten Beförderer, neun an der Zahl, zeigte Berlin ,demnächst Güttingen und Weimar, je sechs; in Leipzig hatten sich zweigefunden, Weiße und die Kurfürstliche Zeitungserpedition, ebensoviele inErfurt und Hamburg . Die übrigen 15 Orte sind durch je einen Be-förderer vertreten. Das Verlagsverzeichnis stieg im Juli auf 72, imAugust auf 105, im Oktober auf 138 Nummern. Und — die Gelehrten-buchhandlung faßte im Buchhandel Fuß. Es war im Buchhandel peinlichempfunden worden, daß ein Kaufmann die Rolle eines Leipziger Kom-missionärs spielte. Reiche bot deshalb Kommission und Auslieferungs-lager Carl Friedrich Schneider an, Schneider willigte ein, und derBuchhandel ließ es geschehen. Die Michaelismeßrelation von 1781 be-merkt, nachdem sie ihre Geschüftsgrundsätze angegeben hat, die Buchhändlerseien daher „nicht weiter über die neue Buchhandlung verlegen", sondernsehen sie „ganz gleichgültig als eine andre Buchhandlung an". Unterden bis zu Ende des Jahres 1781 noch neu hinzukommenden „Beför-derern" befanden sich 20 Buchhandlungen, darunter auch zwei Leipziger:Hilscher und Schneider. Im März 1782 waren noch zwei Buchhändler,Zwei Buchdrucker und ein Buchbinder in Frankfurt a. M. hinzugetreten.Das Verlagsvcrzcichnis zeigte im folgenden Mörz 249, im Juli darauf341 Nummern. Von da ab wurden Musikalien, Kupferstiche und Kunst-