Druckschrift 
Geschichte des deutschen Buchhandels vom Beginn der klassischen Litteraturperiode bis zum Beginn der Fremdherrschaft / Johann Goldfriedrich
Entstehung
Seite
166
Einzelbild herunterladen
 

166

3. Kapitel: Sturm und Drang : der Selbstverlag.

tafeln besonders gezählt. Die Zahl der Ortschaften, in denen sich Kom-missionärs befanden, nahm im Laufe des Jahres 1782 zu, ebenso tratenin einigen Städten neue Kommissionärs hinzu. Zur Ostermcssc 1782brachte die Gelehrtcnbuchhandlung die ersten Artikel der Vcrlagskasse aufden Markt, 37 Nummern. Auch ihr Verlag erweiterte sich beständig;er war im März 1783 auf 71, im April 1784 auf 129 Nummernangewachsen. Daserste vollständige Verzeichnis) aller Bücher, Musi-kalien und Kupferstiche, die in der Buchhandlung der Gelehrten seit ihrerersten Entstehung bis jetzt, oder seit Ostermesse 1781 bis Ostermesse1784 zu haben sind", der Fassung des Titels nach offenbar den Verlagder beiden Dessauer Firmen enthaltend, ist ein Heft von 84 SeitenStärke. Unter den Autoren fallen neben den obengenannten auf: Base-dow, I. A. Cramer und K. F. Cramer, Funke, Professor der Naturlchrein Leipzig, Gleim, der Hamburger Hauptpastor Götze, Herder, Lavater ,Matthison, Reiske, Sophie la Roche, Salzmann, Clamcr Schmidt, Seilerin Erlangen, I. H. Voß, Wieland, der Abt Vogler (Lehrer Meyer-becrs und Webers); unter den Zeitschriften: die Gelehrten Anzeigen,die Fliegenden Blätter für Freunde der Toleranz und die Deutsche Jugend-zeitung, deren Herausgeber R. Z. Becker war. Dem Wachstum derVerlagsfähigkeit der beiden Dessauer Firmen entsprach der Mcßdebit.Die Ostermesse 1782 war sovollkommen zufriedenstellend", daß Reichein den Berichten schrieb: die Handlung werdeso gewiß bestehen, alsgewiß wir hier auf Erden sind". Bon den Autoren gingen währenddieser Messe 113 Ballen ein. Über die Ostermesse 1783 schreibt er:der Debit werde täglich größer, die Buchhändler handelten mit der Ge-lehrtenbuchhandlung je länger, je mehr; über die Ostermesse 1784: die Hand-lung nehme den glücklichsten Fortgang, die Geschäfte mehrten sich täglich.

Und doch befand sich die Gelehrtcnbuchhandlung im vollen Nieder-gang, und doch beginnen sich die deutlichen Zeichen dieses Niedergangsschon von der Michaelismesse 1782 an zu zeigen und konnten diejenigen,welche die Sachlage nicht mit den Augen Reiches und seiner Freundebetrachteten, gerade in dem Nachlassen der Gegenbestrebungcn des Buch-handels das bedenklichste Zeichen erblicken.

Die Handlung hatte mit jenen Änderungen, die Reiche vorgenommenhatte, zugestanden, daß ihre Theorie undurchführbar sei; sie hatte sich aufden Standpunkt des regulären Buchhandels drängen lassen das war