Bahrdts Heidesheimcr Buchhandlung.
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laischen Allgemeinen Deutschen Bibliothek „ein Bächlein abgestochen", d. h.einen „Auszug" ihrer theologischen Artikel veranstaltet. Es war nicht seineinziger Nachdruck: er wollte vielmehr zum Wohle der Armen unter seinenStandesgenossen eine Nachdrucksfabrik in Gang bringen und machte mitLeyseri NsMationss ac1 ?ain1setÄS den Anfang. In einem Avis zeigteBahrdt das künftige Erscheinen eines für seine Korrespondenten be-stimmten Jntclligenzblattcs an; das Avis kündigt die Lieferung allerBücher zur Hälfte des Verkaufspreises an; das Jntclligcnzblatt solltein erster Linie alle Titel im Selbstverlag erschienener Bücher an-zeigen; der übrige Bedarf an Büchern sollte durch Nachdruck beschafftwerden. Das war dieselbe Person, die zu anderer Gelegenheit meinte:daß man noch keinen Galgen für die Nachdrucker habe, sei der unwider-sprechlichstc Beweis dafür, daß die deutschen Fürsten noch keinen FunkenLiebe für Gelehrte und Gelehrsamkeit hätten. Nicolai brandmarkte ihnin der „Leserlichen Epistel an den Marktschreier Carl Friedrich Bahrdt ",Bahrdt aber bemerkte im Vorbcricht seiner „Kritischen Sammlungen dertheologischen Litteratur aus der allgemeinen teutschen Bibliothek, ErsterBand, Heidesheim, im Verlag der Buchhandlung des Erzichungs-Hauses, 1777": „Warum nun dieser sNicolai^ so lcrmt . . . sehenwir uicht ein. Unsere Leser können indessen sicher sehn, daß wir unsin Ausführung unscrs Vorhabens nichts werden irren lassen", legteden zweiten Band unter seine hungrigen Pressen und kam unterm6. Oktober 1777 — dem kaiserlichen Privilege zum Trotz, das Nicolaiunterm 19. August 1777 für seine Bibliothek auf zehn Jahre ausgestellterhalten hatte, — um ein Kaiserliches Privileg darauf ein. Das Gesuchwurde unterm 11. November 1777 mit der üblichen Formel: „Hat dasBegehren nicht statt", abgewiesen. Nicolai erwirkte unterm 18. Dezemberdrei „Allerhöchste geschürfte R,eserixw inlnditorm" an den Grafen zuLeiningen, Bahrdt und die Kaiserliche Büchcrkommission, die unterm27. Februar 1778 von Wien aus abgelassen wurden. Die Schwierig-keiten, in die Bahrdt trotz seiner Fruchtbarkeit Gegel gegenüber geriet,der blamierende Angriff von Berlin aus, die genannten kaiserlichen Re-skripte und eine Klage des Wormser Weihbischofs beim Rcichshofratgegen die Ncuausgabc des Neuen Testaments machten Bahrdt unmöglichund zwangen ihn zur Flucht. Er fand ein Unterkommen als Doccntan der Universität Halle (Mai 1779). Die Selbstvcrlagsspckulationö-