Buchhändler als Mitglieder der Union.
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Bahrdt unter anderm den ganzen Briefwechsel und alle Papiere der „Deut-schen Union" an und empfahl sie seiner besondcrn Pflege und Fürsorge.
Außer diesen beiden sind es, wie gesagt, nur sehr wenige Buch-händler, von deren Beitritt wir hören. I. Christ. Krieger Mn. inMarburg erklärte seinen Beitritt mit dem Hinzufügen, er sehe den ganzenPlan, seinen Gang, seinen Zweck und seine Folgen als Buchhändler sodeutlich ein, daß er nur den einen Wunsch habe, bei der Direktion^ derbeiden Kontore, die in Marburg und Gießen errichtet werden sollten,als Sekretär angestellt zu werden. Der Union gehörten ferner an dieBuchhändler ter Meer in Krefeld , Martin Hochmeister der Jüngerein Hermannstadt, Kaffka in Stettin , der Buchdrucker und BuchhändlerEdler von Kleinmeyer in Klagenfurth, der Buchdrucker Friedrich Severin in Weißenfels und der Buchbinder, Buchdrucker und Buchhändler Abra-ham Jakob Penzel in Krakau . Grattenauer und Felsecker Leu., beidein Nürnberg , suchte man vergeblich zu gewinnen; von der AufnahmeSchönfclds in Prag riet der Freiherr von Zedlitz — der Chef der ältestenLoge in Prag — ab. Peter Adolf Winkopp in Mainz offerierte sichmit den Worten: „Ich bin kein Professor, ohngeachtet ich es Hütte werdenkönnen, sondern habe, um Aufklärung zu befördern, hier eine Buchhand-lung etabliert, und besuche die Leipziger Messe ".
In der Union war man weder mit der Aufnahme Wucherers all-seitig zufrieden, noch ließen sich die Vernünftigen durch die wenigenErfolge unter andern kleincrn Buchhändlern Sand in die Augenstreuen. Die Buchhändler, die einmal in festem Besitze sind, sagte Kniggc,werden sich niemals der Direktion der Union unterwerfen; die kleiner«Buchhändler und jungen Anfänger aber, die man gewinnt, werden vonihnen unterdrückt werden. Das Eindringen der Buchhändler und dasAnwachsen der Mitgliederzahl überhaupt — im Oktober 1788 zählteman 350 Mitglieder — machte manchen unruhig. „Das ist kein Ge-heimnis;, was die ganze Welt weiß", schrieb Abraham Jakob Penzel inKrakau . Penzel war in solchen Dingen Fachmann; er war seit 1767Mitglied geheimer Gesellschaften. Er war auch Buchbinder, Buchdruckerund Buchhändler, hierin aber nicht Fachmann; in den neunziger Jahrenbegegnet er wieder als Professor der Dichtkunst und Beredtsamkeit inLnibach. Penzel hielt die Aufgabe, den Buchhandel in den Wirkungs-kreis der Union zu verschließen, für das non xlus ultra ihrer Bestre-