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bungcn, das hinreichend sei, ihre Arbeiten zu rechtfertigen. „Eine Gold-grube, sicherer wie die des Cagliostro !" Er hielt sie auch für durchführbar.Aber nur, wenn sie geheim bleibe. „Meine zwei Rekruten z. B. tretengleich zurück, wenn sie hören, daß die Rede vom Buchhandel ist. Ichkenne dieses Lsxrit äe Lorxs", schrieb er weiter, „und will hierüberweiter nichts sagen. Klopstocks Gelehrten-Republik, die Verlagskasse u. s. w.,wer hat sie gestürzt? — Buchhändler. Der Buchhändler kann wirken,so wie in meiner Hand der Stock. Er muß nicht wissen, was er thut.Ein Buchhändler kann für uns debitieren, speditieren, wenn er sonstein ehrlicher Mann ist, ebenso wie ich meinen Hering heute vom Ge-würzkrämer holen ließ, ohne zu fragen, woher er käme." In den Ver-handlungen der Mainzer Diöcesanvcrsammlung im Dezember 1788 wurdeausgesprochen, daß Wucherer in öffentlichen periodischen Schriften „nichtzum besten notirt" sei, und die Resolution gefaßt: „sollte man sich fürden Buchhändlern mehr in Acht nehmen, indem diese nach Maaßgabeihres Interesse eben so wohl für als gegen die Union sehn würden".
Und schon im Jahre 1788 wurde die jgegen den Buchhandel ge-richtete Tendenz ans Licht der Öffentlichkeit gestellt und der „Exdoctorder Theologie, mocko Schulmeister zu Gibeon, nunc Kaffewirth zu Bassen-heim bey Halle" hinter den Coulissen hervorgezogen und, damit nichtgenug, selbst Bahrdt wieder als die Puppe von „Vater Weishaupt",dem Haupte der Jlluminaten, betrachtet. Das alles geschah in der„vierten Portion" von „Nicolai, Gedike und Biester", 1788, nachdemschon vorher Schriften wie „Starts Tonsur" und „Das Recht der Fürsten über die Religion ihrer Unterthanen" behauptet hatten, die Union seiversteckter Jlluminatismus. Zu Calbe im Halberstädtischen habe manschon eine eigene Buchhandlung errichten wollen. Die Lesegesellschaftenkleiner Orte zählten 40, größerer 100, 180 und mehr Mitglieder.Schon habe man sich mehrerer, darunter großer Journale bemächtigt —Journale im Geiste der Allgemeinen deutschen Bibliothek! Noch be-kannter wurden diese Dinge, als sie in einer gelesenen Zeitschrift be-handelt wurden, der Dezembernummer der Berliner Monatsschrift von1788. Bahrdt beschloß deshalb samt den mystischen Zweiundzwanzigvon der Bildfläche zu verschwinden. Der allzu nachgiebige Kgl. Preu-ßische Oberamtmann Bartels in Halle a. d. Saale ließ sich dazu be-wegen, sich im November 1788 in einem gedruckten Circulare öffentlich