Zgg 4. Kapitel: Ter Durchbruch der neuzeitlichen Organisation.
Büchern bedurften, und verkauften dagegen ihre eigenen Artikel und be-zahlten den Rechnungsüberschuß nach Abzug eines Drittels mit Geld;so erleichterten sie sich einen Handel, bei den: viele Tausend Thalerin Makulatur gesteckt werden, durch den Gewinn an den eigenenArtikeln. Es ist also der Tauschhandel des Verlcgcrsortimcntcrs inVerbindung mit dem Barsaldo, der uns hier als die Form des altenLeipziger Handels angegeben wird. Seit „einigen Jahren" aber bekamdiese Einrichtung „nach und nach einen gewaltigen Stoß". Mit denBorteilen, die Leipzig seiner natürlichen Lage gemäß zufielen, wuchsenseine Geschäfte, und umgekehrt wuchsen damit die natürlichen Nachteile,welche die Provinz Leipzig gegenüber hatte. Die Leipziger erfreuten sichder Bekanntschaft mit den berühmtesten Gelehrten; sie zogen sie durchimmer höhere Honorare und andere kleine Künste immer mehr an sich.Bald waren die besten und solidesten Vcrlagsartikel in ihren Händen;ihr Vermögen gab ihnen das Übergewicht über alle auswärtigen Hand-lungen. Gewiß: „die Weisheit war nicht bloß im Norden zu Hanse"!Aber die biedern Süddeutschen verstanden sich wenig auf die Kunst, ihreSchriftsteller so in ihr Interesse zu ziehen, wie diese, durch das nord-deutsche Beispiel „verdorben", schon ein Recht zu haben glaubten, esfordern zu können. Dazu kam leider die strenge Censur im Süden, diemanchen guten Kopf seine Zuflucht in Leipzig suchen ließ. So Bensen;H—r in Z, das Mitglied der Firma, von der Wieland so elend bezahltworden war, ist über das Honorar anderer Meinung. Nach ihm zahltendie Sortimentshandlungcn ebenso gut, ja noch besser, und das Gegenteilsei nur von einigen Nettohündlern, voran Weygand in Leipzig , ausgesprengtworden. Darin aber, daß der Glaube — Bensen nennt ihn einen vonden Leipzigern durch journalistische und andere Künste zwar beförderten,aber „reellen Glauben" — immer allgemeiner wurde, daß es außer Leipzig für den Schriftsteller kein Heil gäbe, sind beide einig. Niemand wirddeshalb die Leipziger Herren tadeln, daß sie ihre kostbaren Werke gegendie Nachlese, die so den übrigen blieb, nicht in Tausch geben wollten,zunächst das Brauchbarste heraussuchten und, da das Wenige ihren Verlagin der Change nicht hob, sich einen Geldüberschuß zahlen ließen, der mitdem Barsaldo, den sich die Tauschhändler alten Schlages zahlten, eigentlichnur noch den Namen gemein hatte; ja daß sie, nachdem so die Tauschrcchnungimmer sichtlicher zur Zahlungsrechnung wurde, sich nach und nach fast ganz