Gründung der Buchhändlerbörse im Paulinum , 22g
Neumarkt zu Hause bleiben und sich besuchen lassen, und zwar die rechteSeite von der Grimmischen und Ritterstraße, die linke von der Nicolai-straße und dem neuen Neumarkt ; und so sollte entsprechend die ganzeAbrechnung geordnet werden, die dann im Ganzen nur neun Tage be-anspruchen würde. Schon in der Ostermesse des Jahres 1795 abersprach man von einem neuen Börsenlokal, dem ^uüitoriuui tneoloZieuwim untersten Stocke des Paulinums, das in der Meßzeit nicht benutztwurde. Also mitten im Buchhändlerviertel gelegen; nicht an Privathandverkäuflich. Wenigstens über hundert Personen konnten aufs bequemstedarin Platz finden. Horvath aus Potsdam (geb. 6. Februar 1752, an-fangs in Berlin etabliert, Schwiegersohn Paulis), Ernst aus Quedlin-burgs und Kasfke aus Stettin ^ — der sich ein paar Jahre vorherfür die Union hatte einfangen lassen — waren die Pfleger des neuenGedankens. Der Träger des ganzen Unternehmens war Carl ChristianHorvath . Ein Mann, nicht von so sympathischem Charakter, von soehrwürdiger Schlichtheit und reiner Uneigennützigkeit, wie Kummer^,aber eine Natur, wie sie gerade damals zu diesem Zwecke die geeignetstewar. Horvath verband sein und des Buchhandels Interesse dadurch,daß er diesem das Lokal fix und fertig ausgerüstet auf eigenes Risiko —das er nur mit Kaffke aus Stettin teilte — zur Benutzung präsentierte,gegen ein festes Eintrittsgeld von .einem Laubthaler pro Person undMesse. Allerdings schlössen Horvath und Kasfke den Mietkontrakt mitder theologischen Fakultät der Universität Leipzig — Ostermesse 1797 —als Vertreter der auswärtigen Buchhändler ab, und das Inventar, dasHorvath beschaffte, war ihr Eigentum, nur wurden weder die laufendenUnkosten pro rata verteilt, noch floß der Überschuß in eine gemeinsameKasse; Barth (Leipzig ) erklärte später, Horvath mache dabei offenbar einnicht unbedeutendes Geschäft. Es hatte das aber den Vorzug einer großenVereinfachung der Verwaltung. Horvath allein war es, der die ganzeEinrichtung und Ordnung, von den grünen Vorhängen an bis zur Aus-arbeitung des Reglements und der Freihaltung des Lokals von nichtbe-rechtigten Elementen besorgte und in Gang hielt. Der Buchhändler hattenichts weiter zu thun, als sich für seinen Laubthaler ein Eintrittsbillet zulösen und sich an den Tisch zu setzen; Federn, Tinte, Federmesser, allesfand er vor, sogar zwei Aufwürter zur Bedienung, wenn er etwas zuschicken hatte oder ein Glas Wasser, Bier oder ein Frühstück wünschte.