Die Grundlagen der neuzeitlichen Organisation.
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werde, sie „eben um deswillen keinen langen Bestand haben dürfte".Es waren die Gedanken der Leipziger , die damit zum Ausdruck kamen.Die Michnclismcßrelation 1801 sagt noch deutlicher: „da mehrere derbedeutendsten hiesigen Verlagsbuchhäudlcr dieser neuen Anstalt abgeneigtsind". Aber die Ostermcßrelation von 1802 berichtet, daß die Börse, ob-wohl meist von Fremden, stärker als zur vorangehenden Ostermessc besuchtworden sei, die von 1804, sie sei von den Fremden wie gewöhnlich starkbesucht worden, und die von 1805, sie sei besonders von den Fremdenso fleißig benutzt worden, daß zuweilen das Lokal nicht gereicht habe.
Im Jahre 1800 schrieb ein Dortmunder Buchhändler: ehemals habeder Buchhändler sein Geschäft nach dem Grundsatze geführt, ein voll-ständiges Lager zu halten; jetzt aber mache die herrschende literarische Über-produktion ein auch nur einigermaßen vollständiges Lager unmöglich.„Hierdurch", sagt der Verfasser, „ist das System des Buchhandels ganzverändert. Jetzt wird a Lomlitiuu genommen, und das nicht Abgesetzteremittirt." Das bedeute aber, fährt er fort, zusammen mit dem eben-falls aus der UnVollständigkeit des Lagers sich ergebenden starken direktenVerschreiben außerhalb der Messe, das erstens mehr Briefporto verur-sache, und bei dem sich zweitens die Postfracht zur Meß- und ordinärenFracht wie 2 zu 1 verhalte, einen baren Verlust für alle von Leipzig nur einigermaßen weiter entfernt Wohnenden, und es sei sehr zweifel-haft, ob der Gewinn an den verkauften Artikeln die Rückfrachtkostender Remittcnden aufwiege. Der gewiesene - Weg aber, so schließt er,diesen Nachteilen zu entgehen, wäre der, daß „alle Buchhändler ohneAusnahme, selbst die in der Nähe von Leipzig , durch ihre Commissionärsauf Zettel sofort ausliefern ließen".^
Das ist eine zeitgenössische Äußerung, in der die beiden Gruudsäulender neuzeitlichen Organisation: Konditionssendung und Herrschaft desLeipziger Kommissionswcsens, zugleich aber auch die antreibende Wirkungder crstern auf die weitere Ausbildung des lctztern und so die natür-liche Wechselbeziehung, die zwischen Konditionssystem und der möglichstweit ausgedehnten Herrschaft des Leipziger Kommissionswesens besieht,kurz und bündig angegeben sind.
Die folgende Tabelle gibt die Zahl der Leipziger Kommissionäreund ihrer Kommittenten, sowie das Verhältnis der Zahl der Kom-