Leipziger Kommissionsgeschäft; Auslieferung.
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dm Kommittenten in allen seinen regelmäßigen, daneben aber auch denmehr gelegentlichen Meßgeschäften ganz und vollständig zu vertreten. DieseVertretung kam zuerst am häufigsten hie und da zur Michaelismessc, da-neben auch zur Ostermesse vor; dann seit den siebziger Iahren ist sie für vieleHandlungen für die Michaelismesse seit den achtziger Jahren für einigeweit entfernte sogar schon für die Ostermesse" stehende Einrichtung.
Die zweite Seite der Thätigkeit des Kommissionärs besteht darin,daß er den über Leipzig gehenden Verkehr des Kommittenten außerhalbder Messe unterhält. Beide Seiten sind an sich so verschieden, daßmanche Handlungen zwei Kommissionäre hatten: einen, der die Meß-geschäfte besorgte, der dann gewöhnlich, aber nicht immer ^ ein aus-wärtiger, die Messe besuchender Geschäftsfreund war, und einen Leipziger Kommissionär, der den Verkehr zwischen den Messen vermittelte.^ Derdurch den Kommissionär vermittelte Verkehr über Leipzig zwischen denMessen aber^ war in den letzten Jahrzehnten des 18. Jahrhundertsein so fester und durchgebildeter, daß er schon zu regelmäßiger Sendungführte. Friedr. Severin in Weißenfels erhielt zu Ende der achtziger Jahrevon seinem Leipziger Kommissionär alles Eingegangene jeden Sonn-abend^; die Braunschweiger Schulbuchhandlung bekam um das Jahr1790 von ihrem Leipziger Kommissionär wöchentliche Zettelscndung^;E. Hortin in Bern erhielt in der ersten Hälfte der neunziger Jahrealle an ihn bestimmten Briefe, Bücher und Anzeigen u. s. w. von seinemLeipziger Kommissionär aller 14 Tage zugeschickt.^
Zu der vollkommenen Besorgung der Meßgcschüftc sowohl wie zu derVervollkommnung des Verkehrs zwischen den Messen gehörte nun diedritte Seite der Thätigkeit des Kommissionärs, die Auslieferung aus denentweder zeitweilig zur Messe oder ständig auch außer der Messe vomKommissionär benutzten Verlagslagcrn der auswärtigen Kommittenten.Es ist nach dem Porangehenden klar, daß die Auslieferung^ zunächstbesonders zur Michaelismesse häufig wurdc.^ Aber auch die Aus-lieferung außer der Messe war im Rcichschen Zeitalter schon weit ver-breitet."'" Das erste Verzeichnis, das die Auslieferung berücksichtigt,ist das von 1791. Von den darin aufgeführten 287 Kommittentenbemerkt es bei 62: „liefert zwischen den Messen aus", und bei 185:„liefert zwischen den Messen nicht aus". Das Verzeichnis von 1801enthält 314 Kommittenten, von denen 122 als zwischen den Messen