242 4- Kapitel: Der Durchbruch der neuzeitlichen Organisation.
Was dic Münze betrifft, so hatte sich damals natürlich auch derBuchhandel durch die Mannigfaltigkeit der Gcldsorten hindurchzuzankenund hindurchzustrciten. Auch hier macht das neue System einen Ein-schnitt. In alter Zeit war es gerade der Buchhandel, der als Schau-platz des Umtriel's zweifelhafter Münzsortcn galt. Natürlich! Herrschtedoch in ihm der Tausch; der Barsaldo war ein von einem besondersgütigen Schicksal geschenkter Gaul, dem man nicht so genau ins Maulsah, sondern schleunigst zu Stalle führte. Anders jetzt, wenn es zu einerbcsondern festen Buchhändlcrwährung auch noch nicht um die Jcchrhundcrt-wcude, sondern erst zur Zeit der Fremdherrschaft im Jahre 1806 resp.1808 kam. Das Rcichschc Zeitalter kann man im allgemeinen als dieZeit der Herrschaft des Dukatens , der meist zu 3 Rthlr. 4 gr. genommenwurde, bezeichnen. Dic Dukaten, dic sogenannten Brcslaucr, wurdenkleiner und kleiner und kamen in Verruf. Das nachreichsche Zeitalterkann als die Zeit der Herrschaft dcs Laubthalcrs gelten, der zu 1 Nthlr.14 gr. genommen wurde und im Jahre 1806 außer Kurs kam.
Bis zum Ende des nachreichschcn Zeitalters und darüber hinausblieben die Neste der altern Organisation mitten in der immer weiter sichausbreitenden neuen erhalten. Die Gcschäftsgruudsätzc der WcidmannschenBuchhandlung waren noch zu Beginn des 19. Jahrhunderts: Rechnungs-jahr vom 1. April bis 31. März, Saldo zur Ostcrmessc ganz, keineRemission, dazu jetzt allerdings Drittclrabatt.^ Die Krünitzsche Ency-klopttdic schildert im Jahre 1790 das Gcschäftssystcm wie folgt: „Leipzig istnun der Stapelplatz für die Produkte der deutschen Littcratur. Hier kommenalle Jahre ein oder zweymahl, in der Oster- und Herbstmesse, die vor-züglichsten und angesehenen mit deutschen Bücheru handelnden Buch-händler zusammen, bieten einander ihre verlegten oder in Kommissionhabenden Bücher an, nehmen davon was für sie paßt, schließen dic alteRechnung mit einander ab, saldiren mit baarem Oelde (mit 33^/z °/„Rabat), und schreiben die Neste auf neue Rechnung. Was bedingt ge-nommen, und nicht abgesetzt worden ist, wird wieder zurückgegeben; wasunbedingt gefordert und geliefert wurde, muß Jeder behalten, und dem Nctto-Händler ohne Rabat und mit baarem Gelde, dem Sortimcnts-Händlcr abermit Verlagsbüchern, oder nach Verlauf eines Jahres mit baarem Geldeund Rabat bezahlen."^ Das älteste Meßkonto-, zugleich Verkaufs-buch der Firma Karl Tauchnitz in Leipzig (1800 und folgende Jahre) ^