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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Beginn der klassischen Litteraturperiode bis zum Beginn der Fremdherrschaft / Johann Goldfriedrich
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Verlag und Sortiment.

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Verlag und Sortiment wuchs die Zeit erst zu. Die Sortimcnter, sagt derDortmunder Buchhändler Mallinckrodt im Jahre 1800, verlegen vielfachallen Schofel, der sich nur erhaschen läßt, um changieren zu können, undunterstützen so die Überproduktion, die Wurzel alles buchhündlcrischenÜbels, während die reinen Verleger der Natur ihres Geschäfts nach inder Wahl der Verlagsartikel notwendig sorgfältiger sein müssen undes deshalb im ganzen auch in der That sind.Das war wohl derGrund", fährt er fort,warum man vorgeschlagen hat, den Verlags-und Sortimcntshandel zu trennen. Vielleicht entsprängen daraus Vor-theile für beide. Allein den Umständen nach, und weil die Sortimcnts-lmchhändlcr wohl uicht gern auf den Vorthcil des eigenen Verlagsverzichten möchten, würde sich dieses nicht so leicht ausführen lassen."^Püttcr sagte im Jahre 1774, jede Buchhandlung beschäftige sichordent-licher Weise" mit Büchcrvcrlag auch die Darstellung, die Nicolaiim Jahre 1790 der preußischen Regierung von Wesen und Grundsätzendes damaligen Buchhandels gab, steht noch ganz auf dem Boden desTauschhandels und Sortimentervcrlags und aus dem Jahre 1791stammt seine Erklärung:Jeder Sachverständige sichct ein, daß einSortiment von Büchern zu halten, einem Buchhändler ganz unmöglichist, wenn er nicht soliden Verlag hat."i" Es war zu Beginn des Jahr-zehnts gesagt, in dem sich Perthes (in Hamburg ) den ersten reinenSortimcnter nannte. Gädicke sagte 1803, Sortiment und Verlag könntenin großer Stärke nicht gut in einer Hand bestehen, weil jedes für sicherstens eine vorzügliche Thätigtcit und zweitens starke Ausgaben voraus-setze, und mehrere angesehene Sortimcnter hätten deshalb eins vonbeiden aufgeben müssen.^ RößigsBuchhandelsrecht" (1804) unter-scheidet als die beiden buchhändlerischen Hauptzwcigc reinen Verlag undreines Sortiment und nur daneben überwiegenden Verlag mit wenigSortiment und überwiegendes Sortiment mit wenig Verlag. Hältman aber neben diese Angabe die gleichzeitigen Äußerungen von Buch-händlern selbst, wie von Gädicke und vollends Mallinckrodt auchChristian Gottlob Tttubcl unterscheidet 1805 deneigentlichen Buchhändler",der mit eigenem Verlag handelt und fremden Verlag dagegen eintauschtoder diesen einkauft, und den reinen Verleger ohne Sortiment^so erscheint die Angabe des Nechtsgclchrtcn mehr als sachliche (logische)denn als persönliche (thatsächliche) Sonderung, wie sie denn Rößig in