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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Beginn der klassischen Litteraturperiode bis zum Beginn der Fremdherrschaft / Johann Goldfriedrich
Entstehung
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Roman, Schanspicl. Alinanach (Taschenbuch). 275

nold (Gotha , Ettingcr, 1798, 332 S., 8. 1 Thalcr), Bücher diesesSchlages, von denen die Meßkatalogc jener Jahrzehnte erfüllt sind,waren mit Vulpius ' Rinaldo Rinaldini und schönem WasserfräulcinHulda (Leipzig , 1800, Rein, 218 S.; 16 gr.), mit SpießensKriminal-geschichtcn voller Abentheuer^ (Mainz , 1801), CramcrSReise zurHochzeit. Ein Schnack" (Leipzig, Fleischer, 1800, 2 Thle, 34 Bog. ;2 Thaler 12 gr.) oderZoar, der Auscrwählte" (Berlin , 1800, Verlagder Kgl. Akademischen Kunst- und Buchhandlung, 406 und 436 S., mitTitelvigncttcn und 2 Kupfern von Boll; 3 Thaler 4 gr.) und VeitWebersSagen der Vorzeit" (Bd. 7: Berlin , Maurer, 1798, 366 S., 8.1 Thaler 8 gr.) die Werke die noch dazu gar nicht billig waren,an denen sich der Durchschnitt der Zeitgenossen Schillers und Goetheserbaute. Das waren die Bücher, die Ludwig Kehr in Kreuznachreißendabsetzte". Einen außerordentlich starken Prozentsatz der allgemeinenUnterhaltungslektürc bildeten die Dramen. Sicher hat dazu die Billig-keit, die sie bei ihrem ganzen Umfang auszeichnete, viel beigetragen;eine durchschnittliche Ritterkomödie, die gewöhnlich mit vollklingcndemNamen wieHans von Grcifenhorst" (Trauerspiel, Leipzig und Frank-furt a. O., Apitz i>799^, 68 S., 8. 3 gr.) betitelt waren, konnte mansich schon für eine Mark heutigen Geldes kaufen, ein Preis, für densonst überhaupt kein Buch zu haben war. In der schon erwähntenGelehrten-Vcrstaigcrung" (1781) werden von höherstehenden Autorenunregelmäßige Dramatiker", also nach dem Muster von GoethesGötz",stark begehrt dieregelmäßigen" sind außer Mode und ganzrasend Opern und besonders Operetten.

Neben den Romanen und Schauspielen liebte man Gedichte. Hier-für waren eine Hauptpflcgcstättc die Almanache und Taschenbücher, diegerade mit dem Beginne der siebziger Jahre um sich zu greifen be-gannen eine sehr bezeichnende Erscheinung jener Zeit.Unser Zeit-alter verträgt tüchtige und gründliche Schriften nicht, es achtet sie nicht.Nur Übersetzungen aus dem Englischen und Französischen, mir Romane,nur witzige Tändelcycn, das sind seine Schooßhündgcn, das sind seinePuppen", schrieb der gelehrte Reiste 1783.^ In zierlichem Taschen-format, mit zierlichen Lettern gedruckt, iu Pergament, farbiges Leder,Seide oder bemalte Seide gebunden, häufig mit Goldschnitt versehen

und in einem fertigen Futteral befindlich, wenn sie broschiert waren

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