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ö. Kapitel: Der Büchermarkt.
und häuslichen Glücks" (Frankfurt a. M., Behrcnssche Buchhandlung)oder welcher sonst war, das war dabei ziemlich gleichgültig; zeitiges Er-scheinen und eine nette Ausstattung gaben beim großen Publikum schließ-lich den Ausschlag. Um so wichtiger war die Specialisicrung; war ein„Ehestandsalmanach" (Regensburg , Montag Weiß), ein Almanach „fürdie Schaubühne ", „für Liebhaber des Weins" angekündigt, so wartetemancher auf sein Erscheinen. Allein es war doch nicht nur das! DasPublikum hatte auch unter den allgemeinen Almanachen seine Lieblinge— es waren nur nicht die vom Schlage des Schillcrschcn. Zu Ansangder neunziger Jahre schon verlor Dietrich die Lust und meinte Schiller,die Zeit der Kalenderliebhaberei sei vorüber; das Publikum wolle nichtsmehr von Poesie wissen.^" In der That sind alle die allgemeinen poe-tischen Almanache zu Ende unserer Periode eingegangen. Wir wollennicht von dem Chr. H. Schmidschen (Almanach der deutschen Musen,Leipzig , Dodsleh cd Comp., seit 1770) reden, der schon 1781, auch nichtvon dem Neuen Berliner, der 1797 aufhörte; aber auch der Vossischeerlosch im Jahre 1800, der Schillersche im Jahre 1801, der Göttingerim Jahre 1805. W. G. Beckers „Taschenbuch und Almanach zum ge-selligen Vergnügen" dagegen bestand bis zum Jahre 1815. Auch hierfand man etwa hundert Stück größere und kleinere Gedichte; man fandaber außerdem neben Erzählungen den deutschen und französischen Ka-lender, Beschreibungen und praktische Aussätze, etwa eine Beschreibung derHundsgrotte bei Puzzuoli oder einen „Unterricht für Reuterinncn" u. dergl.,Anekdoten, Einfälle und Apophthegmata von Kästner, Eberhard, Mahl-mann und andern, ein paar Dutzend Charaden und Rätsel, ein paarneue Gesellschaftsspiele, neue Tänze und Touren und die gewöhnlichenEngagementstabellen, ein Landkärtchen und etwa ein Dutzend Kupfer:Chodowiecki, Landschaften von Adrian Zingg u. dergl. Der Preis warder übliche; 1 Reichsthaler 8 Groschen. Und rings umher im deutschenLande eine dichte Schar mehr oder weniger vergänglicher Erscheinungen.Ein Leipziger Buchhändlerkatalog vom Jahre 1801 verzeichnet Almanacheund Taschenbücher für Pferdeliebhaber, Tabaksliebhaber, Reisende, Billard-spieler, für Blumenliebhaber und Gartenfreunde, für Prediger und Kan-didaten, für Freunde des Schönen und Nützlichen, einen Neuen Tanz-und Ballalmanach, einen Spielalmanach, einen Neujahrsalmanach, einenForst- und Jagdalmanach, einen Almanach für das erste Jahr des 19. Jahr-