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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Beginn der klassischen Litteraturperiode bis zum Beginn der Fremdherrschaft / Johann Goldfriedrich
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5. Kapitel: Dcr Büchermarkt.

reichsten verzeichnen, sind: Philologie und Pädagogik 50, Andacht undErbauung 47, Theologie und Kirchengeschichte 29, Naturwissenschaft undwissenschaftliche Medizin 29, Rechtswissenschaft 28, Belletristik 21, Bio-graphie 20 Werke; in dritter Auflage: Andacht und Erbauung 13,Naturwissenschaft und wissenschaftliche Medizin 10, Pädagogik und Phi-lologie 9, Theologie 4, Rechtswissenschaft 4. Gebiete, in denen mehr alsein Werk in noch höherer Auflage auftritt, sind außer dem der Andachtund Erbauung (4 in vierter Auflage) die Belletristik (2 in vierterAuflage) und Rechtswissenschaft und praktische Medizin (je 2 in fünfterAuflage).

Seine Nahrung namentlich einerseits aus dem Robinsonadcnhaftcn,andrerseits aus praktischem Moralisieren ziehend, bildete sich eine neueLitteraturgattuug: die Jugendlittcratur."° Der Madame Lc Princede Bcaumont Naggsin äes snklmt« nachahmend erschienen 1753I. P. Millers moralische Erzählungen, uud iu diese Bahn gehören dannChristian Felix Weißes Lieder für Kinder (1766) und Abc-Buch (1771),Eberhard von Rochows Kinderfrcund (1773), vor allem aber I. H. CampcsFibel (1778) und Kinderbibliothek (1779) und Chr. G. SalzmannsUnterhaltungen für Kinderfrcunde (1778 fg.). Seit dem Jahre 1772erschien die erste deutsche Kindcrzeitschrift, AdelungsLeipziger Wochen-blatt für Kinder"; 1775 folgte Weiße mit seinem Kinderfrcund. ImJahre 1779 erschien aber auch Campcs nach Inhalt und Form um-gestalteter Robinson, der in seiner Mcwcgschcn Originalausgabe bis heute119 Auflagen erlebt hat; in den Jahren 1782, 1785 und 1801 folgtenCampcsEntdeckung von Amerika ", zwölf und sieben Bände Merk-würdiger Rcisebcschrcibnngcn.

Alle diese Büchcr, die jetzt in Fülle entstanden, die Romane undSchauspiele, die Almanache,Leben", Reiscbcschreibnngcn und Predigten:sie bilden eine Litteratur für cin wirkliches großes und breites Publikum,wohl unterschieden von der Welt der Gelehrten einerseits, dcr ticfstcnund uugcbildctstcn Schicht des lesenden Volkes andrerseits. Wir findenVorschriften von Buchhändlern über die Stellung des Verlegers bei dcrWahl scincr Artikel, die für diesen Charakter des neuen Büchermarktesbezeichnend siud. Schon der Nürnberger Buchhändler Joh. Jac. Bauermachte (1770) bei seinen Vorschriften darüber, nach welchen allgemeinenGrundsätzen sich dcr Verleger beim Vcrlagsnngcbot zu richten habe, die