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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Beginn der klassischen Litteraturperiode bis zum Beginn der Fremdherrschaft / Johann Goldfriedrich
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ö, Kapitel: Der Büchermarkt.

Hände geben, und auch die Hülfsmittcl." Endlich gebe es Ideen, dieder Buchhändler durch mehrere Schriftsteller ausführen lasse.Ichhabe z. B. die Idee der deutschen Bibliothek gefaßt. Ich habe Schrift-steller gewühlt, um an diesem Werke zu arbeiten . . . Ebenso ist esmit einer großen Menge von Journalen, von gelehrten Zeitungen, undvon andern Sammlungen und Büchern, welche Theilweise herauskommen".Ich versichere gewiß, daß eine große Menge gemeinnütziger Bücher durchdie Buchhändler entstanden sind, welche gemeiniglich besser wissen, wasdas Publikum verlangt, als die Schriftsteller." Alle diese Bücher sindvollständig die Geschöpfe und das Eigentum des Verlegers; wie er siedenn, wenn sie veraltet sind, unter Beibehaltung des einmal bekanntenTitels von einem Beliebigen in beliebiger Weise umarbeiten läßt. ScharfeWorte aber auch hier über das Schriftstcllergcwerbe.Wenn man dasGeschäft zwischen Schriftsteller und Buchhändler in seinem rechten Lichte be-trachten will, so muß man sich nur lebhaft vorstellen, daß der wahren Ge-lehrten, welche schreiben, der allerwenigste Theil sind. Die Schriftstellercyist leider ein Gewerbe geworden. Ein großer Theil der Schriftsteller willsich vom Schreiben nähren. Sie suchen also alles hervor, um Bogenvoll zu schreiben, sie zu dem höchsten Preise auszubringen, und davonin Müßiggang und Jndepcdcnz zu leben. Es wäre für den Staat undfür den wahren Fortgang der Litteratur sehr viel besser, wenn der größteTheil dieser Leute entweder sich geschickt machte, dem Staate in Aemtcrnzu dienen, oder wenn sie Handarbeit thütcn . . . Die Bücher kanu derBuchhändler nur als Waaren betrachten. Ich befürchte, der allergrößteTheil der schreibenden Schriftsteller betrachtet sie selbst nicht anders.Man müßte gar nicht Praxis im Handel haben, wenn man nicht sähe,daß der allergrößte Theil nur schreiben will, was bezahlt wird."

Heinzmann in Bern zitiert 1795 ohne Angabe der Quelle:Seit-dem die Buchhändler Bücher bestellen, anordnen, Plane vorschreiben, unddas edelste Geschäft, Menschen zu lehren, zu bessern und zu erfreuen, zudem allernicdrigstcn Geschäfte herabgewürdigct haben, seitdem ist die deutscheLitteratur zur Profcßion und Pfuscherei herabgesunken; und nichts istbald verächtlicher als das Autorcnmctier". Die Buchhändler sind es,sährt er fort, dieknechtische Lohnarbeit" desgedungenen Buchmachers",wie Kant ihn nennt, zu schildern, die die Modeartikel zu schreibenvorschlagen; in allen Ecken von Deutschland pensionieren sie ihre Miet-