Aortschritte im Jnscratcnwesen. Typographische Fortschritte; Brcitkopf. Z29
entschuldigenden Hinweis auf den Vorgang Englands verschen, im„Hamburgischen Korrespondenten" vom 23. März 1792. In der Leip-ziger Zeitung beginnen die Todesanzeigen im Jahre 1790, die Ver-mnhlungsanzeigcn 1794, die Geburtsanzeigen 1795; erst 1816 sind dieVcrlobungsanzcigcn gefolgt.
Wie in der Littcratur und dem Buchhandel, so begann nach langemStillstand auch in den technischen Zweigen^" neues Leben. Da sind diegroßen Engländer, Franzosen und Italiener , die an der Spitze der Ent-wickelung eines verfeinerten Buchgcschmacks stehen: John Baskcrvillein London (1706—1775), der 1757 mit seinen „Baskervilleschcn"Typen eines der ersten auf dem in England erfundenen Velinpapier ge-druckten Werke — eine Prachtausgabc des Bergik — erscheinen ließ;Francis Ambroise Didot in Paris (1730—1804), der gegossene Stegeeinführte, Pressen in einem Zuge konstruierte, das Typomcter erfand,die „Didotschen" Lettern goß und (1781) das englische Velinpapier nach-erzcugen ließ; Giambattista Boooni in Rom , dann in Parma, zuletztin Padua (1740—1814), dcr dic „Bodonischen" Lettern schnitt und dasZiel vornehmer Eleganz, klassischer Regelmäßigkeit, das für die ganzeRichtung dieser neuen Zeit maßgebend war, in Schnitt dcr Typen undAnordnung des Satzes am vollkommensten erreichte. In Spanien (Madrid )glänzte Jbarra, in Holland (Haarlem ) der Nürnberger Flcischmann, derStcmpclschneider der Enschcde. An der Spitze des Aufschwungs derdeutschen Typographie standen Johann Gottlob Immanuel Brcitkopfin Leipzig (1719—1794) und Georg Jakob Decker (1732—1799), dannJohann Georg Unger (1715—1788) und sein Sohn Johann FriedrichGottlieb Unger (1754—1804) in Berlin . Die Breitkopfsche Officin warschon unter Bernhard Christoph Brcitkopf (1695—1777) die erste Deutsch-lands. Im Jahre 1745 übernahm sie Immanuel Breitkopf ; in dic Ver-lagshandlung trat er 1762 ein. Sein Name ist vor allem aufs engsteverbunden mit der Geschichte des Notendrucks: Breitkopf war für denMusikalienhandel in gewissem Maße dasselbe, was Gutenberg für denBuchhandel gewesen war. Allerdings war der Notendruck mit beweg-lichen Typen schon längst erfunden: als Doppcldruck (d. h. Linien undTypen gesondert) in Venedig 1498, als einfacher (Noten und Linicnteileauf derselben Type) in Paris 1525. Von Beginn des 16. Jahrhunderts