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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Beginn der klassischen Litteraturperiode bis zum Beginn der Fremdherrschaft / Johann Goldfriedrich
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Allerlei bibliopöietische Vorschläge; Broschieren.

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oder aufkleben könne Mit einem Worte: ein allgemeines Reflek-tieren und Kritisieren, Fordern und Bessern erwachte. Breitkopf sollbeabsichtigt haben, dafür in seinemMagazin des Buch- und Kunst-handels" (17801782) eine besondere Rubrik einzurichten, Nicolai garein besonderes Journal zu gründen^; der Freiberger Konrektor Hüblcrschrieb eine besondereBibliopdie" (1803). Das Verlangen des Publi-kums ward lauter und lauter, die Bücher nicht roh in den Handel zubringen. Regelmäßiger Weise wurde seit alters nur die gewöhnlicheGebrauchslittcratur gebunden.Denn ungebunden kauft weder Bauernoch Hausircr etwas", sagt der Speierer Buchdrucker 1725.^Istes denn gar nicht möglich", heißt es in einerallgemein anerkanntenBeschwerde des Teutschen Gelehrten" zu Ende des 18. Jahrhunderts,der guten Sitte der Engländer und Franzosen nachzuahmen, und vonjedem Buche wenigstens eine Anzahl von brochirten Exemplaren vor-räthig zu halten? . . . Greifet in Euren Busen und fühlt, ob ihr nochfühlbares Fleisch und Blut habt, um eine so wichtige Erleichterung mitso geringer Aufopferung dem Gelehrten zu gewähren!"^" Freilichdürfen wir bei diesergeringen Aufopferung" in einer Zeit, die nochkeinen Großbetrieb mit billiger Maschinenarbeit kannte, nicht mit heutigenPreisverhüttnissen rechnen. Binden und broschieren kam dem damaligenVerleger verhältnismäßig höher zu stehen als dem heutigen. Cotta ließvon Schillers Musenalmanach auf das Jahr 1797 60 Exemplare (aufVelinpapier) broschieren, 200 Exemplare (auf gutem holländischen Post-papicr) gefärbt binden (zum Teil vergoldet), 240 Exemplare (auf gutemholländischen Postpapier) broschieren, die übrigen 1500 Exemplare (aufordinär Papier) wurden roh verschickt. Der Buchbinder Bauer, denSchiller als denbilligsten und auch zuverlässigsten in Jena" bezeichnete,berechnete dafür pro 100 Exemplare: vergoldet gebunden 20 Rthlr.,gefärbt gebunden 9 Rthlr., broschiert 3 Rthlr. 12 gr.; und welcher Zeitbedurfte es dazu: in der Annahme, daß alle 2000 Exemplare gebundenwerden sollten, bedang sich Bauer dazu eine Zeit von Ende August bisMitte Oktober aus. Die süddeutschen Preise waren auch hier billiger;in Schwaben wurde dasselbe für ebenso viele Gulden geliefert, als BauerThalcr ansetzte; vom Cottaschen Gartcnkalcndcr kosteten 100 Exemplaregefärbt zu binden (mit 16 Karten) 9 Gulden.^ Die Broschur er-höhte den Preis kleiner Broschüren auf das Doppelte.^ Der Buch-