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zügen der Deutschen am Rhein ", „Leben und Feldzügc Bonapartcs",„Geschichte der wichtigsten Revolutionen seit der römischen Republik",„Geschichte des Faustrcchts in Deutschland ", „Leben Suworows" u. dergl.,und so auch das „Konversationslexikon mit Rücksicht auf die gegenwärtigenZeiten" (Leipzig 1796 fg.). In der kirchlichen Censur kam sie derbayrischen wenigstens ziemlich nahe; verboten wurden Schriften, die ander katholischen Kirche und Geistlichkeit Kritik übten, die Werte undZeitschriften der protestantischen Theologen und der Geschichte des Pro-testantismus . Übrigens verbot man sogar eine Übersetzung der wich-tigsten Stücke des Koran . Die Schriften von und über Kant, Fichteund Schelting, Voltaire, Rousseau, Helvetius , Baylc u. a. warenauch in Österreich verboten, und sogar die Univcrsitäts- und Lyeeums-bibliotheken durften sie nur an solche verabfolgen, die sie „von Amts-wegen für ihr Lehrfach zur Widerlegung oder wie immer zur Ver-theidigung der guten Sache für Religion und Staat" benöthigten.^'Die norddeutschen „schönen Wissenschaften", wie gesagt, tastete dieösterreichische Ccusur nicht an; bemühte sich doch Österreich gerade, sie— durch den Nachdruck — seinen Bürgern möglichst zugänglich zu machen.Dagegen finden wir auch hier in Norddentschland nie begegnende gene-relle Perbote soeialpädagogischcn Charakters, wie das bayrische Verbotder Licbcsromane; so wurde im Jahre 1802 der Debit aller Hexen-und Gcspenstcrromnnc und anderer dergleichen Produkte und die Auf-führung aller Schauspiele verboten, in denen Heren-, Geister- und Mord-scencn vorkamen.'"
Auch in den übrigen katholischen Gebieten war die Spitze natürlichvor allem gegen die Denkfreiheit auf „religiösem", d. h. katholisch-dogmatischem Gebiete, dann überhaupt gegen alle Zeugnisse des neuenfreien Geistes gerichtet, oder wie eine Kölnische Ratsverordnung vom17. April 1776 sagt: „nicht allein gegen die vielen von der wahrenkatholischen Religion geflissentlich ableitenden verführischcn Bücher, alsjene verdammte Brut des leider anwachscndcu Schwarms böser Schrift-stellercu, welche unter dem angemaßten sonst an sich würdigen Nameneiner Weltwcishcit das Band zwischen dem Allerhöchsten Schöpfer unddem Geschöpf, der Liebe, Gehorsams, Treu und Redlichkeit zwischen derObrigkeit und dem Unterthau, nicht minder der sittlichen Verhältnuß