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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Beginn der klassischen Litteraturperiode bis zum Beginn der Fremdherrschaft / Johann Goldfriedrich
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Wiirzburg,

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einzelnen Beispielen ihreSchädlichkeit Niederträchtigkeit und Parthcylich-kcit" in der Behandlung der Autoren dar. In der Beurteilung der aus-wärtigen Litterntur war sie jedenfalls sehr skrupulös. Im Jahre 1781ließ der Fürstbischof die drei Würzburger Buchlädcn von FranzTcwer Rienuer, Göbhardt und Stahcl visitieren. Da fanden sichdenn'" eine ganze Menge anstößiger Schriften. Einige davon wurdenverhältnismäßig milde beurteilt, und es wurde deshalb gestattet, sie;u remittieren: Osvrss cln ?I>ilu8opI>s de Laus Louei- Der philo-sophische Arzt; auch bei Vater Gleims und Jacobis Schriften fand man,obwohl man ihnen das Lob spendete, daß sienicht durchgängig zn miß-billigen" seien,doch gerathcner, unter der Hand den Rath zn geben",sie zu remittieren, den Professoren aber bekannt zu machen,dcrlcyschriften ihren ^umlnIlUen nicht nur allein nicht anzurathcn, sonderudie in derselben Händen befindlichen auf eine gute Art und mit allen-fnllsiger Verwechslung mit nüzlichern Büchern wieder an sich zu bringen".Ohne Unterschied nicht zu dulden" war alles, was von Voltaire ,Wieland und Rousseau herrührte. Nicht zu duldeu war serner, vonzahlreichen offenbar laöeivcn Schriften neuen und ältesten Datums,wiedes im Fache der Liebe ohnehin sehr berüchtigten Ovids" ab-gesehen, LcssingSNathan der Weise"; NicolaisSebaldnS Nothanter"dürfte, da er den biblischen Canon angreift, nur ciucm gescztcn Theo-logen gegeben werden".Peter Marks eine Ehestands Geschichte"enthält ein Kupfer,welches wegen einer allzuvcrlicbtcn und sichküssenden (irnuWö sehr auffallend ist"; ebenso war auf dem Roman^.emili'ö nach einem komischen lionmn von Filding", das Titcltupfer,daseine» seine Ocimm fcnrig küssenden Jüngling" vorstellte,aller-dings und zwar gleich ersten Angesichts anstößig". MontcsquieusTempel zu Knidus" warzwar nicht ganz unverschämt, doch immergenug muthwillig und gefährlich". Von Stahes wissen wir, daß erdie bei ihm beschlagnahmten Bücher im Gesamtbeträge von 143 fl. 50 kr.(15 Schriften von Wicland, 16 von Voltaire, 4 von Rousseau , fernerBriefe der Lndy Moutaguc, Ercbillons Werke, Nicolais Sebaldus Noth-antcr, d'Argcns' jüdische und kabbalistische Briese, einige Werke vonFiclding, Bazins Geschichte der Philosophie, I^ettrss cls Milien clsIxmclos, einige Werke von Bahrdt und einige Freinmurerschriften, imganzen 54 Schriften) nach wiederholter Bitte nm Rückgabe endlich zu