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und allc Buchhändler, dic es ebenfalls vertrieben Hütten, zu scharferSatisfaktion anzuhalten. Im November folgt ein Promeinoria, in demin den stärksten Ausdrücken gegen den Rat der Stadt, in der man „aufeine Art verfährt, die billig dic Ahndung des gesamten Reiches und dicmäiMgUoii aller benachbarten auf sich ziehen muß", in der dic kühnstenSchrifien „einen gesicherten Schutz finden", die bekannten Anklagen ge-schleudert werden und „eklatante Genugthuung" gefordert wird. Buch-händler und Censor der Felßeckerschm Zeitung werden vom Rate ver-nommen. Die Buchhändler samt Felßecker „depouircn", Autor, auchInhalt des Buches seien ihnen gänzlich unbekannt, sie hätten dic Piecedurch ihre Leipziger Kommissionärs von einem ^.nonxino erhalten undnur einige bescheidene Exemplare in Kommission genommen. Der Eensorist noch weniger betroffen; er gibt zu Protokoll, „er habe keine Zeitdazu"; „mit deu jährl. 37^ fl., welche man für die Zeitungscensurvon dem Zeitungsverleger erhält, ist man. . ohnehin schon sehr geringbelohnt, wenn man bedenkt, daß der Censor für dieses wenige Geld. .gerade zur Mittagszeit mit der Censur . . eines jeden Zcitungsblattö,wozu man nicht einmal eine Viertelstunde Zeit hat, . . geplagt undgcnirt genug ist". Der Rat gebietet daraufhin den Buchhändlern: künftig-hin anonym ihnen von auswärts zugehende Broschüren und Pieccn inZeitung und Anzeigblatt nicht mehr bekannt zu machen, „hauptsächlichaber alle von auswärtigen Orten erhaltene Produkte wegen der . . Re-volutionen wol anzusehen, und wenn solche , . verfänglich oder gefähr-lich . ., sie unverkauft liegen zu laßen oder an ihre Commissionärs zu-rückzusenden", uud berichtet das Ergebnis der „Untersuchung" an denkurbayrischeu Hof. Ein furchtbarer Zornesausbruch seitens KurbaycrnSerfolgte; das Ergebnis der Untersuchung sei gänzlich verdächtig uud un-glaublich, und es ergehe hiermit und zum letzten Male die Aufforderung,alles zu entdecken und volle Geuugthuung zu bewirken, widrigenfallsman mit allen von Reichskonstitutiouswcgen gegebenen Mitteln vorgehenwerde um des Magistrats „von jederzeit her anstößigem Benehmen Ein-halt zu thun". Uud der Rat? „Schmerzlich bewegt" legte er dem Kur-fürsten das Versprechen zu Füßen, daß „Vorfälle dieser Art, soweit esnach der Natur des Buchhandels nur immer möglich, künftig vermiedenwerden sollen". Da nahm der Kurpfalzbayrischc Geh. Rat und ResidentFreiherr von Schmitt zu Passau die Sache in dic Hand. Er begann