Druckschrift 
Geschichte des deutschen Buchhandels vom Beginn der klassischen Litteraturperiode bis zum Beginn der Fremdherrschaft / Johann Goldfriedrich
Entstehung
Seite
408
Einzelbild herunterladen
 

408

6. Kapitel: Die Censurverhältnisse.

frcit. Als darauf die Regierung den Plan verfolgte, die Ausübung derBüchervisitationen während die Kapitulation von 1681 die volleJurisdiktion über Künste und Handwerke dem Magistrat zugesicherthatte und die Visitation speziell das Prärogativ der Lümiudis cke polieewar auf die Censoren zu übertragen und sie gleichzeitig auf dieBuchhändler auszudehnen, während ihnen bisher nur die Buchdruckerunterworfen waren, kamen die Buchhändler auf den spekulativen Ge-danken, die Regierung mit einem Vorschlage zu befriedigen, der ihnenzugleich selbst einen Herzenswunsch jedes echten deutschen Buchhändlerserfüllen sollte: Unterbindung des Bücherhandels der Unzünftigen (Privat-personen und Buchbinder). Unterm 21. März'1772 wurde in der Thatverordnet: Nur Buchhändler (auch die Buchdrucker ausgeschlossen) dürfenauswärts gedruckte Bücher zum Zwecke des Handels verschreiben und aufsolche Subskriptionen annehmen; die Beamten haben alle in dieser Hin-sicht verdächtigen Sendungen zu offnen, nnd wenn sich von einer Schriftmehr als ein Exemplar darin findet, solches den oberen Kaufhausherrenanzuzeigen. n'sst <ins lorscius 1s (?ouvei'uewön1 svrg. convginencke 1a ^ust688e et cke 1'ekue^cite cks vos mesuies pour suip^der1'iiuxi sssion, 1a venls et 1e transport, ckes livies xi-odibes," er-klärt endlich wieder einmal derkisetor regius in der Ratssitzung vom26. September 1785, ,,<ius vous xouviös ksx<>rer cks taire renckie», es eolluosres uns Uderts i'aisvnimdls." Das Ergebnis der aber-maligen und letzten Revision war dieErneuerte Ordnung die Buch-druckerey und den Buchhandel betreffend" vom 20. Februar 1786; sieerrichtete für Straßburg in den Personen der bisherigen Eensoren eineeimrndi'ö cke eensure, äont 1'oHel", schreibt einer der obersten Cen-surbeamtcn in Paris ,est ä psu xres Is möme ciue celui cks uosenaiudrks s^mlieales sst i^ueU^ anra <ianL les burea-ux cls terwöscku 1'o^g.uiue lös raemss pi'öi'vMtivss Pi« Iss <!l>am1>ie8 SMckieales":Visitation der Bücher, Ausstellung des Visitationscertifikats, Plombicrungder ins Elsaß oder nach Frankreich bestimmten Ballen oder Kisten undAbscndung derselben, ebenso umgekehrt Empfang der Sendungen von dortund Rücksendung der Quittungen darüber. Ein Büchcrinspeltor hatte u. a.häufige Visitationen der Druckereien nnd Buchhandlungen vorzunehmen.Die Büchcrkataloge, gedruckt oder geschrieben, unterstanden wie ander-wärts der Zensur, und ebenso durften die fremden Buchhändler in