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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Beginn der klassischen Litteraturperiode bis zum Beginn der Fremdherrschaft / Johann Goldfriedrich
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Bedeutendste Verleger im übrigen Preußen ; in Jena.

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in Stendal , die Mcßlatalogc verzeichnen von 1779 bis 1805 393 Artikel,und nächst ihm die zahlreichen bedeutenden Handlungen der Stadt Magde-burg : die alte Buchhandlung Seidel <d Scheidhauer, dann Schcidhauer,dann Fr. Wilh. Bauer, heute Wilh. Baensch; Joh. Adam Creutz, seit1792 Ereutzsche Buchhandlung, heute Creutzsche Buch-, Musikalien- und Ver-lagsbuchhandlung; endlich Keil und der weniger starke Verlag von Gieseckc.Einen Verlag von dem Umfange des Keilschcn in Magdeburg weist gleich-zeitig nur eine einzige preußische Firma außerhalb jener Hauptplätze auf,die Frommcmnsche in Züllichau . Im Jahre 1758 wurde NathanaelSigismund Frommanu Teilhaber der Buchhandlung des Waisenhauses,deren Leiter bis zum Jahre 1741 schon sein Vater B. G. Frommann gewesen war. Ein Jahr nachdem sie in seinen Besitz übergangen war,starb Nathanael Sigismund, 1786; sein Sohn Carl Friedrich ErnstFrommann, der in Züllichau u. a. das erste griechisch-deutsche Lexikonherausgab, verkaufte 1798 die Züllichaucr Sortimeutsbuchhandlung (heuteHermann Augustin) und verlegte das Verlagsgcschäft nach Jena, wo eraußerdem mit Joh. Carl Wesselhocft die Buchdruckcrci Frommaun <K Wessel-höft errichtete.^ Die Frommaunschc Vcrlagsproduktion war seit 1786eine außerordentlich hohe; die Mcßkataloge enthalten für Züllichau von1786 bis 1798 166 und dann von 1800 bis 1805 (erst mit diesemJahre erlischt der Züllichaucr Verlag der Firma) für Jena 86, fürZüllichau 62 Artikel. Sonst ist als bedeutender Verleger nur Carl ChristianHorvath in Potsdam zu nennen, den wir in der Geschichte des Reform-und Vcreinswcsens noch so manches Mal zu erwähnen haben werden.

In den thüringischen Landen war der erste Vcrlagsplatz Jena;hier bestand als der bedeutendste Verlag die altangesehene Handlung derCrökcr fort, neben der in den ersten Jahrzehnten, ihr darin ebenbürtig,Joh. Adam Melchior und dessen Wittwc stehen. Im Jahre 1771gründete der produktivste Jenaische Verleger seine Druckerei: der Kom-missionsrat Johann Michael Maucke, dessen Verlag im Mcßkatalog mitdem Jahre 1782 auftritt (bis 1814; 307 Artikel), und aus dessenGeschäfte dereinst die heutige Wcltfirma Gustav Fischer hervorgehensollte; außer ihm sind unter den damals neu auftretenden Verlagsfirmenzuerst die Akademische Buchhandlung und Gabler zu nennen; dann,1798, siedelte, wie wir schon hörten, C. F. E. Frommann nach Jenaüber. Eine Rolle als Verleger der deutschen Klassiker freilich hat,