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8. Kapitel: Das biblivpolische Teutschland.
wie seine Jenaer Kollegen, so auch Frommann nicht gespielt; den väter-lichen Überlieferungen folgend, fußte er vornehmlich auf dem Verlagevon Schul- und Wörterbüchern; daneben standen Werke von Gries,einzelne Sachen von Huseland, Oken, Loder, Ritter u. a.^« Noch vielweniger war von einer Beziehung zu den großen Weimaranern inWeimar selbst die Rede, wo die bedeutendste Handlung bis gegen Endedes Jahrhunderts die der Hoffmann war, hervorgegangen aus der Wei-marischen Filiale Melles in Jena, die deren Faktor Sicgmnnd HeinrichHoffmnnn im Jahre 1732 erwarb. Im Jahre 1789 aber faßte einMann dauernd im Buchhandel Fuß, reich an fruchtbaren geschäfts-männischen Ideen, aber auch jederzeit mit unter den Ersten, wo es galt,gemeinsame Interessen des Buchhandels der Verwirklichung zuzuführen:Friedrich Justin Bertuch, seit 1775 Gehcimsekretttr des Herzogs KarlAugust . Er war im Verein mit Schulz und Wicland einer der Mittel-punkte der Jenaischcn „Allgemeinen Litteraturzcitung" (1785), gründetemit Kraus das erste deutsche Modenblatt (1786), schuf das in vielentausend Exemplaren verbreitete „Bilderbuch für Kinder" (1790—1822).Im Jahre 1789 begründete er sein „Industrie-Comptoir", seit 1802„Landes-Industrie-Eomptoir"; es pflegte besonders das geographischeFach; im Jahre 1797 begann der große Kicpertsche „Handatlas" zu er-scheinen; 1804 gründete er für diesen Zweig das „Geographische Institut",eine Schöpfung, die ebenso wie das Verlagögeschäft (Ernst Julius GüntherNachfolger) noch heute besteht. Den Boden, auf dem sich der GothaerVerlag erhob, bildeten die beiden Meviusschen Linien, Christian undJohann Paul. Christian Mevius war bis in die Mitte der sechzigerJahre Gothas bedeutendster Verleger. Die Buchhandlung von JohannPaul war seit 1749 im Besitze eines ehemaligen Seidenhändlcrs, derspäter an einem andern Orte zu den bekanntesten Verlegern Deutschlands gehören sollte, Johann Christian Dietcrichs; von diesem erkaufte sie 1775der bedeutendste Gothaischc, ja thüringische Verleger des 18. Jahrhunderts,der Herzoglich Sächsische Hosagent Carl Wilhelm Ettinger (1774—1805617 Artikel). Gleich Anfangs mit starkem Verlage einsetzend, hatte erein Zweiggeschäft in Langensalza und erwarb 1785 die ehemals WeberscheBuchhandlung in Erfurt hinzu. Aus der Ettingcrschen Handlung aberwuchs wiederum der noch heute bestehende Justus Perthessche Verlaghervor. Die Ettingersche Handlung bestand von 1778—1785 als