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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Beginn der klassischen Litteraturperiode bis zum Beginn der Fremdherrschaft / Johann Goldfriedrich
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Cotta und andere württembergische Verleger. Zürich . 513

der belletristische und der publizistische Verlag unerschütterlich begründet.Richtige Grundsätze, fruchtbare Ideen, energische Durchführung und frei-lich auch Glück: darauf beruhte das Geheimnis seines Erfolgs. Schonauf seiner ersten Leipziger Ostermesse, 1788, hatte er das Glück, voneiner polnischen Fürstin als Entschädigung für das lange Warten aufeine ihm angebotene Erzieherstelle 300 Dukaten ausgezahlt zu erhalten;besonders aber stellte ihm die 1789 geschlossene Verbindung mit demwürttembergischen Kanzleiadvokaten vi-. Christian Jacob Zahn ein kräf-tiges Kapital zur Verfügung; als Zahn 1797 ans der Handelsgemein-schaft austrat, waren die Unternehmungen, die von entscheidenderBedeutung für die künftige Größe des Verlags werden sollten, fertig ein-geleitet. Cotta war wirklich nicht der einzige, dem der Grundsatz be-kannt gewesen wäre, daß der Verleger sich nicht dem Angebote preisgebendürfe, sondern gewinnbringende Autoren selber heranziehen und eigeneUnternehmungen ins Leben rufen müsse; aber er war es, dem es gelang,nach Anleitung dieser Grundsätze im Jahre 1794 Schiller und Goethedauernd für sich zu gewinnen, und der im Jahre 1798 die größte ZeitungDeutschlands begründete. Die bedeutendsten württembergischen Verlageneben Cotta wurden Mezlers Neue Verlagsbuchhandlung in Stuttgart (Meßkatalog 1794/1846) und der schon genannte Hecrbrand in Tübingen ,denen Franz Christian Loeslund (Meßkatalog 1796/1836, heute HeinrichEnderlen, Hofbuchhändler, vormals Karl Aue) und Steinkopf (Meßkatalog1797/1846) folgen. Sonst ist nur I. D. Claß in Heilbronn (Meß-katalog 1792/1815) zu nennen, der Nachfolger des uns bekannten FranzJoseph Eckebrecht (im Meßkatalog 1751/74, 1781/91 ohne Vornamen).

Von der Schweiz im Süden, dem Elsaß im Westen ist dieses Süd-westgebiet flankiert. Der Vorort der Schweiz auch in buchhandelsgeschicht-licher Beziehung war Zürich , und hier befanden sich auch die erstenSchweizer Verlagshäuscr: es waren in älterer Zeit Heidegger Comp.(17351766 391 Artikel), dann die Nachfolger des berühmten ZüricherBuchdruckers Christoph Froschauer , der einst in der Frühe des Neformations-zeitalters die Offizin gründete, die noch jetzt alsArtistisches Institut OrellFüßli" blüht. Damals befand sie sich zunächst im Besitze von HartmannHeidegger und Hans Nahn, die sie 1719 von der Familie Boviner er-worben hatten, und um 1760 traten sie es an die Gesellschaft Orell,Geßner & Comp. ab. Die Firma Conrad Orell ^' Comp, war, nach

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