die deutschen und holländischen Nachdrucke waren um die Hälfte, ja dasDrittel billiger als die Pariser Originale^; der französische Staat hatden besondern Verhältnissen, wie wir früher hörten, auch in letztererHinsicht Rechnung getragen. Der bedeutendste Straßburger Verlag warin den fünfziger, sechziger Jahren Amand König, in den siebziger»I. Fr. Stein, dann die von dem Buchhändler Alb. Friedr. Bartholomäiaus Ulm (der aber schon das Jayr darauf ans der Verbindung austrat)und dem Rat Salzmann im Jahre 1783 gegründete außerordentlichproduktive Akademische Buchhandlung (Meßkatalog 1783/94 260 Artikel).Während aber die letztere Firma verschwindet, treten in den achtziger Jahrenund zu Ende des Jahrhunderts die beiden großen noch heute bestehendenFirmen Treuttel (Meßkatalog: Joh. Gottfr. Bauer 1750/68, Joh. Gottfr.Bauer Comp. 1770/75, Bauer <K Treuttel 1776/83, Treuttel 1784/94,Treuttel ^ Würtz 1796/1846) und Levrault hervor (Meßkatalog seit1797; heute Bergcr-Levrault in Nancy). Treuttel hat die Stadt schonin den siebziger Jahren buchhündlcrisch beherrscht; als Bartholomäi mitdem Gedanken der vorhin erwähnten Gründung umging, schrieb er, erhabe die Überzeugung gewonnen, daß „neben der Treuttelschen Handlung,die bisher alles gethan", noch wohl eine andere existieren könne, dieneben dem französischen auch den deutschen Buchhandel führen solle. ImJahre 1802 beginnt im Meßkatalog neben dem Straßburger der PariserVerlag Treuttel cd Würtz. Auch die Gebrüder Levrault führten denBuchhandel sowohl in Straßburg als in Paris, in Straßburg in Ver-bindung mit der alten Buchdruckern des Hauses (vergl. Bd. II S. 380),einer Schriftgießerei und einem Papiergroß- und kleinhandel.
Die allgemeine Aufmerksamkeit nicht nur des deutschen, sondern desganzen litterarisch und buchgewerblich interessierten Europas zog in densiebziger, achtziger Jahren das Straßburg gegenüberliegende Kehl aufsich. Der Buchdrucker Peter August Beaumarchais gründete mit sechs-zehn Gesellschaftern eine Pariser Loeists txpoAi'ÄpIücins, die die gesamteDruckoffizin des 1775 verstorbenen John Baskerville ankaufte, mit allenSchriftvorräten, Pressen, dem vorrätigen Papier, aber auch dem Geheimnisder Schwärze, das in deren Festigkeit bestand; die Schwärze, von derschönsten und tiefsten Färbung, haftete sofort so fest, daß die noch nassenBogen übereinander gelegt werden konnten, ohne abzufärben. Die ge-samten Einrichtungen und Vorräte wurden nach Paris übergeführt, und
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