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zusammenträfen, und Schriften aus dem Anfange der achtziger Jahresprechen von den fast ^200 deutschen und mehr als 200 ausländischenBuchhändlern auf jeder Leipziger Öfter- und Michaclismcssc.^ Wennman sich nach derartigen Nachrichten den Berkehr auf der Leipziger Messe vorstellen wollte, so würde das unrichtig sein. Die Ostcrmcßrelation von1775 sagt, es seien mehr denn je auswärtige Buchhändler anwesend gewesen,nämlich 180, und die von 1795 gibt die Zahl der auswärtigen Meß-besucher auf 200 an. Um die Wende des 18. Jahrhunderts befandensich neben dem halben Hundert Leipziger Buchhändlern zu Michaelisgegen 50, zu Ostern höchstens 250 auswärtige Buchhändler in Leipzig .Und Holländer, Franzosen, Engländer und Italiener bekam man unterden Buchhändlern kaum noch zu Gesicht. „Zwcy Amsterdamer Buch-händler kamen, bey jeder Witterung, so lange als mit ihren Nachdruckenfranzösischer Werke etwas zu machen war, und blieben weg, als dieSchweizer und Strasburger diesen Handelszweig an sich gezogen hatten,und der deutsche Adel deutsche Bücher zu lesen anfing. Ein Londoner Buchhändler kam einmal, um — zu betrügen. Wer in Paris undLondon einen beträchtlichen Handel hat, kommt gewiß nicht nach Leipzig ",sagt ein Leipziger Buchhändler im Jahre 1788.^ Erst die Ostermeß-relation von 1802 — nachdem die von 1799 als besonders bemerkens-wert hervorgehoben hatte, daß selbst aus Paris , woher „sonst nie" einBuchhändler gekommen sei, ein solcher (Pierre Besson, mit einem zumTeil kostbaren Sortiment französischer Bücher) anwesend gewesen sei —kann von der Anwesenheit mehrerer Buchhändler ans Paris, Straßburg u. s. w. berichten, und die von 1803 gibt an, daß ihre Zahl (aus Paris,Straßburg, Metz, Köln und einigen andern französischen Orten) sichtlichzunehme.
Der direkte und indirekte Verkehr des deutschen Buchhandels mitBuchhandel und Publikum der nördlichen Lande war bedeutend, und dieMeßrelationen berichten gewöhnlich von der Zunahme der „Geschäfte nachNorden". Ein Verkehr namentlich mit dem französischen Buchhandelwäre nach manchen Äußerungen zu urteilen außerordentlich erschwert ge-wesen. Der Zahlungstermin sollte für den deutschen Buchhändler zukurz, der Rabatt (16, höchstens 25 zu niedrig sein^, auch heißt es,die Franzosen handelten nach dem Grundsatze, nur mit Büchern zu be-zahlen, selbst aber nur Geld zu nehmen.^ Dazu kam die Verteuerung