Wandet dcr Organisation.
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tierungcn an, in der Richtung der größcrn Unruhe, der größcrn Schtvan-knngcn, dcr größcru Verteilung und Vereinzelung. Der Sortiinenterhörte auf, sein Lager in dcr alten Weise auszustatten; bei dem bcgucmcnKonditionsvcrkehr uumittclbar zwischen Verleger uud Sortiinenter verlorendie Provinzialgroßsortimcnte an Bedeutung; dcr Verleger machte jetzt (wieClaß in Heilbroun 1802 angab) mit 300 Firmen nicht so viel Geschäftewie zwanzig Jahre früher mit 60 und mußte seine Geschäfte über einenKreis von Handlungen ausdehnen, mit denen er früher unmittelbarnicht verkehrt hatte. Diese Erweiterung galt ebenso für das Ncrlags-sortimcnt in seinen Beziehungen zum Buchhändler als Verleger. Andrer-seits freilich finden wir verständige Geschäftsleute, die ihren Geschäfts-verkehr gerade umgekehrt grundsätzlich einschränkten. Die Firma I. Jac.Stahcl scl. Wwe. K Sohn in Würzburg entschloß sich 1796 angesichtsdcr ständig wachsenden Zahl dcr Buchhandlungen, wodurch man bald ge-zwungen sein werde, dreizehn Monate im Jahr zum Rechnungsabschlußzu verwenden, und womit mau, da dcr Absatz sich nicht im Verhältnisdazu vermehrt habe, nichts gewinne als ein ungeheures Lager vonMakulatur, künftig keine Messe mehr zu besuchen, ihren Verlag gänzlichdort wegzuziehen? und ihren Verkehr (der natürlich auch weiterhin durchden Leipziger Kommissionär vermittelt wurde) auf 87 von ihr nament-lich bezeichnete Handlungen einzuschränken. Aber je länger uud stärkerdie „Überproduktion" und die Zunahme der Buchhandlungen wirkte,desto geringer mußte im allgemeinen dcr Umsatz, ocsto höher der Prozent-satz der Spesen des einzelnen Sortimcutcrs, desto fühlbarer mit einemWorte mußten die Reibungen der Konkurrenz werden. So manche Ge-pflogenheiten mußten dabei, je mehr in einer immer größcrn Zahl vonörtlich sich immcr mehr verbreitenden Handlungen die sortimentshändlerischcSeite sich auswuchs uud die verlcgerische zusammcnschrnmpftc, je mehrdaö in altcn Zcitcn scheinbar auf ewig ungeteilte Bcrlagssortimcnt sichimmcr offcnbarcr in Verlag und Sortiment mir eigenen Interessen schied,in neuem grellerm Lichte erscheinen. Dafür ist typisch der Verkehr desVerlegers mit dem Publiknm. Daß dcr Verleger durch Anzeigen, Briefeu. f. w. sich an geeignete Privatleute wandte, sie zum Pränumcranten-sammeln auffordcrtc, ihnen Freiexemplare auf eiue gewisse Partie inAussicht stellte, besonders bei Pränumerationen und Preisherabsetzungen,aber auch soust, denen Freiexemplare und Prozente versprach, die den