560 9> Kapitel: Der Horvnth-Göscheiische Refvrmversuch.
Betrag für mchrcre Exemplare bar an den Verlag direkt einsendenwürden, war durchaus gewöhnlich.
Der Kampf gegen die steigenden Wogen der Konkurrenz spieltesich zunächst in den altgewohnten Formen des Widerstandes gegen dieBegründung neuer Handlungen am Ort, gegen die Nicht- und Auch-buchhändlcr, gegen den Markt- und Wanderhcmdcl der Ortsfremden ab.In verschiedenen Städten, so Halle, Dresden, Nürnberg , bestand, wiewir uns erinnern, eine mehr oder weniger herkömmliche Beschränkungder Buchhandlungen auf eine gewisse Zahl, iu die sich der Neulingmeist nur durch Erwerb einer bestehenden Handlung eindrängen konnte,wenn deren Privileg nicht von den übrigen Buchhändler» zusammen an-gekauft wurdet Allerdings wurden, auch wo solche Verhältnisse nichtbestanden, die Etablierungsgesnche im allgemeinen wohl überall von derZustimmung der bestehenden' Buchhcmdluugeu abhängig gemacht, indessenhatte das mehr und mehr nur noch die Bedeutung eines Lcumunds-zeugnisses und bildete keinen festen Damm gegen die immer freigebigereErteilung neuer Konzessionen, namentlich in den großen Städten, aberauch in kleincrn; Heycr erzählt 1802, in einer kleinen Provinzialstadt,in der bisher nur ein Sortimcntsbuchhändlcr gewesen sei, seien jetztplötzlich deren vier angenommen worden. Es war der Widerstreit zwischender alten Welt monopolartigcr Gcwcrbcprivilcgicn und der neuen freihänd-lerisch gehandhabter Konzessionicrung. Daneben schössen die Universal-firmen: Bureaus, literarische, Industrie- und Pränumcratiouskontors,-anstalten und Magazine, Verlagsgesellschaftcn, Expeditionen wie Pilzeaus der Erde. „Und wer sind denn zuletzt die Personen, die sich hinterden Knlißen verbergen, und die, Wenns schlimm abläuft, kein Menschkennt?" Das Zudrängcn von Partikulicrs und „sogenannten Gelehrten"zun? Buchhandel wurde allgemein beklagt; nach Kummer zählte man 1802unter den Buchhändlern, die sich seit zehn Jahren niedergelassenhatten, fünf unter sechs, die den Buchhandel uicht erlernt hatten. DieAuswärtigen klagten, daß namentlich Leipzig in dieser Hinsicht nnHypertrophie leide. Claß in Hcilbronn erzählt eine erbauliche Geschichtevon einem Hofrat . Es war einmal ein Hofrat, so beginnt sie, der hatteeinen Sohn, der wollte Theologie studieren; dazu war er aber zu un-klug. Claß berichtet weiter, wie der Hofrat ihm erzählt hatte: „Nach-hcro hätte er ihn die Schreiberei Wissenschaften erlernen laßen wollen