«Zöschens „Gedanken",
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Mangel an Pcrmögen, drittens aus Leichtsinn, viertens aus Mangel anErfahrung und Kenntnissen, fünftens aus Mangel an Ordnung ent-springen.
Die Fehler aus Mangel an guter Gesinnung sind kleinliche Kniffe,feine Betrügereien. Das schlichte Grundmittel dagegen ist die Erziehungdes Lehrlings zur Nechtschaffcnheit.
Die Fehler aus Mangel an Vermögen bestehen in schlechten: Zahlen,Verlag von Zoten, Pasquillen und dergleichen, Nachdruck uud Schleu-dern. Unter den Begriff der Schleuderet („wohlfeiler verkaufen, alsman kann, wenn man beim Handel als ehrlicher Mann bestehen will")fallen nach Göschen drei Fehler: Rabattgeben an „Leute, welche nichtmit Büchern handeln", Geld in Höhcrm Werte nehmen, als durch denKurs bestimmt ist, und zu ausgedehnter Kundenkredit. Der Buch-händler braucht seinen Buchhändlerrabatt ganz. Der Einwurf, daß derAusfall durch eigenen Verlag kompensiert werden könne, ist hinfällig.Denn der Kundcnrabatt ist auch alsdann erstens unmoralisch, weil er andem Ruin derjenigen arbeitet, die keinen bedeutenden Verlag besitzen;zweitens unklug, weil man als Händler preisgibt, was man als Fabrikantgewinnt; drittens schädlich für die Littcratur, weil man, um vielen Verlagzu bekommen, „Nichtswürdigkeiten und Schnurren" drnckt; viertens ver-liert das Publikum selbst dabei mehr, als es gewinnt, denn der Kundeu-rabatt erschwert die Unterhaltung eines eigenen Lagers, die wohlversorgtenBuchhandlungen uchmcu ab, und das Publikum muß gute und schlechteBücher teurer bezahlen, weil die Menge der Bücher niedrige Auflagenbewirkt — „folglich muß das Publikum das, was ihm in einer Rech-nung geschenkt wird, iu der nämlichen Rechnung reichlich wieder be-zahlen". Der Kundcnrabatt ist deshalb, wenn irgend möglich — mitder schon von Horvath gemachten Ausnahme — gänzlich abzuschaffen,zum mindesten aber auf 10"/„ zu beschränken. Jener Ausnahme fügtGöschen noch die besondere Bcstimmuug hinzu, daß nichtbuchhänd-lerischc Pränumcrationssammlcr — dcrcn Verwendung dem Verlegergestattet sein mnß, weil sich an manchen Orten keine Buchhändler be-finden und manche Buchhändler sich mit Pränumerationen nicht befassen— höchstens 12"/„ Rabatt erhalten und als solche nicht öffentlich ge-nannt werden dürfen. Jeder einzelne soll seine Kunden, die vereinigteBuchhändlcrgescllschaft die ganze Lescrwelt über den „an sich unsinnigen,